An Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg über dero und der Gemahlin reise zum n...
Zeuch Friedrich mit Charlotten bin
Hannovers Chur-hut zu begrüssen
Und mit der neuen Churfürstinn
Des landes freude zu geniessen.
Du siehst wie dieses hohe hauß
An glantz für dich auch zugenommen;
Nachdem du dein gemahl daraus
Und mit ihr solches recht bekommen.
Diß hauß steigt wieder in den stand
Den es vor langer zeit besessen;
Doch hat es weniger das land
Als dessen fürst sich beyzumessen.
Das reich und selbst des Käysers thron
Sind seiner tugend so verbunden
Daß sie sonst keinen andern lohn
Für seine tapferkeit gefunden.
Was iedem vorfahr noch zu schwer
Muß endlich Ernst August vollführen.
Und war nicht solches längst vorher
An seiner hohen eh zu spüren?
Es war der kluge Fürst bedacht
Sich königlich erst zu vermählen.
Denn was die Königs-würde macht
Kont’ ihm durch eine Chur nicht fehlen.
Nun was sein muth beschlossen hat
Ist seinen thaten schon gelungen;
Glückseelig Friedrich wo dein rath
Jhm hierin hülfreich beygesprungen!
Wer eltern ehrt ehrt die natur
Wie aber kan man sie mehr ehren?
Als daß ein Sohn mit einer Chur
Des Vaters Hoheit hilfft vermehren.