An Seine Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg Friedrich Wilhelm Uber ihre anno 168...
Wohin Großmächtigster wird noch dein nahme steigen?
Wem hat nicht Brandenburg schon schrecken eingejagt?
Soll sich dein kühnes heer nun auch den käysern zeigen
Nachdem es sich genug mit königen gewagt?
Denn zieht es nicht ins feld den Türckschen zu bekriegen
Und für die majestät des Römischen zu siegen?
Der grosse Leopold verfolgt die Saracenen
An denen schon sein arm viel wunders hat gethan;
Und weil ein neuer zug soll seine siege krönen
Spricht er dich dieses mahl um deinen beystand an:
Weil ihm dein volck bekandt und man ihm auch gepriesen
Wie es vor Neutra
Wie treulich rathest du dem gantzen vaterlande!
Du hast zu erst daheim der unruh abgewehrt;
Und da der stillestand
Schickst du auch außerwerts dein längst gerufnes schwerdt.
Wofür man aber dir um so vielmehr verbunden;
Als du die sicherheit vorher dazu erfunden.
Durch dich hat man nunmehr mit einem nur zu kämpfen
Und iederman behält die arme darzu frey.
Wie leicht läst sich ein feur von vielen händen dämpfen?
Doch deine langsamkeit trägt hier das meiste bey;
So daß die nachwelt auch von dir wird müssen sagen:
Des Fabius verzug hat Hannibaln geschlagen.
Dein heer ist im besitz der grösten helden-thaten
Sein führer
Du selbst der es gesandt der Vater der soldaten
Und wider den es zieht der feind der Christenheit.
Diß und das Römsche haupt das recht von seinen sachen
Kan uns nunmehr den sieg so viel gewisser machen.
Besonders wird dein volck hierdurch erweckt zum streiten
Daß es dich seinen Mars zu pferde hat gesehn;
Denn da du dich verjüngst und kräffte nimst zu reiten
Kriegt es auch neuen muth auf seinen feind zu gehn.
Wobey du aber auch dem reiche wollen zeigen:
Daß du zu dessen dienst noch kanst zu pferde steigen.
Zwar was du diesen zug nach Ungarn hast ernennet
Ist nur ein kleiner theil und ausschuß deiner macht.
Allein hat es nicht eh ein grosses heer getrennet
Und gantze ordnungen mit GOtt zur flucht gebracht?
So wird es auch anitzt den alten nahmen rächen
Und auch dem Mahomet die stärcksten läger brechen.
Sieht es dich gleich nicht selbst mit sich zu felde ziehen
Schliest deine tugend sich doch deinen waffen ein.
Wie vor Achillis schild
So wird in fremder hand dein schwerdt auch schrecklich seyn.
Voraus wenn in der that an deiner leute klauen
Achilles unser zeit
Zu dem soll dieses volck auch nicht alleine streiten;
Der wunsch der christenheit begleitet dessen pfad
Und deinem adler steht der Römische zur seiten
Der sich zu gleichen kampff mit dir vereinigt hat.
Weil nun die adler sonst ein sinnebild der stärcke
Verheist uns euer bund auch lauter wunderwercke.
Zieht denn ihr adler hin mit euren adler-fahnen
Jhr vögel Jupiters ersteigt des monden hauß:
Der himmel wird euch selbst die strasse darzu bahnen
Und diese unter-welt macht diesen schluß daraus:
Wenn unser adler erst den monden überstiegen
So können sie hernach leicht in die sonne fliegen.