An seine Excellentz Den Hn. Eberhard von Danckelmann über die ihr auffgetragene ...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Dein Fürst erklärt dich heut zum ober-präsidenten

Und thut was er vorlängst bey sich beschlossen hat.

Die selbst erheben es die es beneiden könten

Du aber widerstrebst und klagst ob dieser that.

Allein wie lange will sich dein gehorsam schützen?

Nachdem du schon so offt dich dessen hast erwehrt.

Beschweret dich denn mehr daß oben an zusitzen

Als dich die arbeit nicht mit ihrer last beschwert?

Was neues gibt man dir? was hastu mehr erhalten?

Du nimmst ja nur den platz desselben amtes ein

Das dich Europa sieht vor langer zeit verwalten

Und woran es dich längst glaubt in besitz zu seyn.

Was fremde dir geweyht bey deiner schweren bürde

Wilstu daß Friedrich nun es dir entziehen soll?

Nein wer die bürde trägt trägt billich auch die würde

Diß ist sein weisser spruch und dabey bleibt es wohl.

Die höhe so dich schreckt die muste dich erhöhen

Und wird zu deinem amt mit nutzen zugethan;

Je höher einer steht ie weiter kan er sehen

Je besser auch dein aug den staat bewachen kan.

Und wem vermeynest du hierinn zu widerstreben?

Nicht dencke daß es bloß ein werck der menschen sey;

Der himmel wie du weist muß ehr und reichthum geben

Der legt auch dir dein glück durch Friedrichs güte bey.

Gewiß könt itzt Schwerin nach seiner grossen seelen

Die dich erleuchtet hat aus seinem grabe gehn

Er würde dich uns selbst als seine zucht empfehlen

Und sagen daß dich GOtt an seiner statt ersehn.