An seine Inclination.
Nimm Geliebte Hertz und Hand
Beydes ist dir zugewandt
Du weist daß meine Treu
Frey von der Heucheley;
Drum vertausche ohne Schertz
Wertheste mit mir dein Hertz.
Was bedenckest du dich noch
Nimm das leichte Liebes-Joch
Ertrag es mit Gedult
Das Schicksahl hat die Schuld
Jetzt will es nicht anders seyn
Gib nur deinen Willen drein.
Ist schon etwas Bitterkeit
Bey der Liebe ausgestreut
So ist doch keine Lust
Unliebenden bewust;
Von der Grillenfängerey
Macht die süsse Liebe frey.
Amor ist ein kluger Artzt;
Er macht offtmahls Weiß aus Schwartz
Hat man gleich Schwartz auf Weiß;
Er spahret keinen Fleiß
Daß sich die gefangen sehn
Die ihm aus dem Wege gehn.
Will man in die Wälder fliehn
Wird man ihn doch nach sich ziehn
Die Wild-Bahn und die Hatz
Ist recht sein Sammel-Platz
Da treibet er die Jägerey
Vogel fängt er auch dabey.
Geht man in die Welt hinein
Er wird ein Gefährte seyn
Er reiset täglich aus
Ist nirgends recht zu Haus
Doch nennt er wie wol bekannt
Jeden Ort sein Vater-Land.
Sencket man sich in die Fluth
Spührt man da auch seine Gluth
Der Wellen Silber-Schaum
Macht seinen Flammen raum.
Venus ist da ausgeheckt
Als die Muschel sie entdeckt.
Nun du Engel-gleiches Bild
Wähle dir das was du wilt
Doch traue dem Bericht
Es hilfft dir alles nicht
Deiner Schönheit Sonnenschein
Soll und muß geliebet seyn.
So umarme mich mein Kind
Eil’ und küsse mich geschwind
Der Leffzen Honig-Seim
Ist gar ein süsser Leim
Wodurch Hertz an Hertz sich vest
Unzertrennlich fügen läst.
Alabaster scheint dein Hals
Und die Brüste ebenfals
Sie wallen also sehr
Recht wie ein Perlen-Meer
Wenn des Athens sanffter Wind
Sie erregt und mich entzündt.
Weiter will ich jetzt nicht gehn
Noch recht in die Tieffe sehn
Das ander spahr ich mir
Auf beßre Zeiten für.
Bleib indessen Eingedenck
Ich sey dein du mein Geschenck.