An Seine Königliche Hoheit den Cron- Printz, als dieselben in hoher gegenwart Se...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Wohin? erhitzter printz! wohin so jung und früh?

Was andern sorge macht, das lernst du ohne müh.

Buch, mahler, tantz, musie, und was uns sonst beschweret,

Sind kaum so flüchtig da, als sie dein sinn begehret,

Und dein verstand begreifft. Hierbey beruht es nicht;

Du siehst bey buch und spiel auch auf der helden pflicht:

Lernst, wie man glieder stellt, und wie man hauptmann werde:

Und heute führst du gar, behertzter printz! zu pferde

Vor aller augen dich, als einen meister, auf.

Baur, der dich selbst gelehrt, bewundert deinen lauff.

Der muntre Wartenberg, den man bey sechtzig jahren,

Wie vor bey dreyßigen, sieht keine kräffte sparen,

Setzt mit vollkommner kunst durch die bedrängte bahn,

Blickt aber dich zugleich nicht ohn erstaunen an,

Und denckt: Wenn solche ding itzt und so jung geschehen,

Was wird man einst, o printz! bey deiner mannheit sehen?

Was meinst du, was hierbey dein grosser vater fühlt?

Er mercket, daß aus dir ein Alexander spielt;

Drum will er deinen muth an keine grentzen binden,

Und läst dir gerne zu, ein neues reich zu finden.

Vergiß nur, hoher printz! wie Alexander, nicht,

Daß deines vaters hand die trouppen abgericht,

Dein erb-reich dir gepflantzt, und mittel beygetragen,

Durch die du mit der zeit kanst deine feinde schlagen.

Dein vater flieht und haßt Philippus falschen schein:

Drum must du frömmer auch, als Alexander, seyn.