An Sie.

By Johann Georg Gressel

Schönste deiner Augen-Strahl

Macht süsse Quaal

In meinem Hertzen;

Doch die Schmertzen

Sind ohne Pein.

Deine Blicke

Mir ein Glücke

Können in dem Sterben seyn.

Lachen Weinen Leben Tod

Noht ohne Noht

Entsteht aus Lieben;

Und Betrüben

Folgt auf die Lust

Wenn die Sinnen

Nicht gewinnen

Schönste deine

Ist es daß ich sterben soll?

So fahr’ ich wohl

Wenn auf den Brüsten

In den Lüsten

Ich fahre hin

Da mein Sterben

Kan erwerben

Sich ein Grab bey dem Rubin.

Sieh mein Auge frölich bricht

Weil mir mein Licht

Allda erscheinet

Schön vereinet

Mit Rosen-Blüth;

Und die Wangen

Selbst verlangen

Daß mein Leben von mir flieht.