An Sr. Churfl. Durchl. zu Sachsen als sie bey antretung dero regierung den 24. J...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Der himmel werde klar und du gewölckte lufft

Laß dein beliebtes licht mit gold-gemengten strahlen

Den treu-gesinnten kreyß um diesen ort bemahlen.

Doch was vor antwort schallt? und welche stimme rufft:

Die sonne scheint beschämt auff euch beglückte grentzen

Itzt will ein höher licht in euren mauren gläntzen.

Erlauchter Götter-Sohn ach ja! du hast die bahn

Im frohen horizont der Linden-stadt genommen.

Die Musen heissen dich viel tausendmahl willkommen

Denn ihnen bricht anitzt des glückes morgen an.

Wie friedlich und vermehrt wird diese schaar sich mühen

O Friederich August in deiner gunst zu blühen.

Wir söhne Schlesiens die itzt in dieser stadt

Der weißheit edle kost gantz ungestöhrt geniessen

Crscheinen hier gebückt und legen zu den füssen

Was treu und danckbarkeit uns vorgeschrieben hat.

Erlaube daß diß blat du beyspiel gröster Helden

Dieweil dein ruhm zu hoch darff dein gelücke melden.

Der Dänen Majestät und dritter Friederich

Der durch sein königs-blut auch deinen purpur zieret

Hat unter seiner zahl am glücklichsten regieret:

In seinem sterbens-jahr erblickte Sachsen dich.

Dem himmel grosser Fürst gefiel hiemit zu deuten:

Er wolle sein gelück auff dich als enckel leiten.

Wohlan! es wird schon wahr. Du kommst auff einen thron

Worauff du nicht zuvor in hoffnung bist gestiegen.

Nicht nur dein unterthan benennt dich sein vergnügen;

Gantz Deutschland sieht an dir auch seinen schutz-gott an.

Drum steht dir aller hertz wie thor’ und pforten offen

Weil sie mit dir zugleich des glückes einzug hoffen.

Dein hoher name prangt von lauter fried und ruh

Doch deine tapfferkeit zeigt schwerdter blut und leichen.

Das erste wird dein schutz den unterthanen reichen

Die andre würckung plitzt nur auff die feinde zu.

Du wirst mit Simsons-krafft auch ihre helden zwingen

Und friedens-honig noch aus ihrem aase bringen.

Uns düncket daß die kunst den abriß schon gethan

Wie dir die nach-welt wird ein solches denckmahl bauen:

Geharnischt läst sie dich auff einem wagen schauen

Die ehre spannt davor gezähmte löwen an.

Die tugend aber schreibt: Auff solchen ehren-wagen

Wird Sachsens Hercules den sternen zugetragen.

Sey glücklich wie August der so geherrschet hat

Daß huldigung und sarg ihm weit zertrennet stunden;

Er sprach: Ich habe Rom nur schlecht erhaut gefunden;

Und laß im gegentheil itzt eine marmol-stadt.

Du findst ein marmoln reich Augustus deutscher erde

Wir wünschen daß es noch durch dich zu golde werde!