An Sylvien über ihre Veränderung.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Weinet ihr betrübten augen!

Weil der mund nicht reden kan.

Sylvia speyt voller wahn

Da ich ihr doch nichts gethan

Meines hertzens weyrauch an.

Weinet ihr betrübten augen!

Weinet ihr betrübten augen!

Schmertz und leiden ist zu groß;

Denn der himmel dessen schooß

Neulich mir mit zucker floß

Läßt nun alle donner loß.

Weinet ihr betrübten augen!

Weinet ihr betrübten augen!

Und verhüllet euer licht;

Krieg und unruh wird geschlicht

Marmol stahl und eisen bricht

Aber meine schmertzen nicht.

Weinet ihr betrübten augen!

Weinet ihr betrübten augen!

Weinet aber nichts als blut

Und bewegt den harten muth;

Denn was meine göltin thut

Macht kein schlechtes wasser gut.

Weinet ihr betrübten augen!