An W.***. Als er den Tod Peter des dritten beklagte
Written 1762-01-01 - 1762-01-01
Gleich einem Frühlings Morgenroth,
O Freund, gieng er uns auf!
Abscheulicher, grausamer Tod!
O welch ein Lebenslauf!
Er zog aus wilden Wüsteneyn
Unglückliche; so zieht
Aus kalter Erde Sonnenschein,
Die Blume, welche blüht.
Aus seiner grossen Seele flog
Ein holder Freundschaftsblick,
In unsre Länder, plözlich zog
Schwarz Sturmgewölk zurück!
In unsern Seelen ward es Licht,
Wir sahen froh empor!
Und stellten Gottes Angesicht,
Uns wieder gnädig vor!
Bewundrung und Empfindung ganz
Für Friedrich unsern Held,
Trug Peter einen Sieges-Cranz
Schon, ohne Zug ins Feld!
Ach tausend Donner auf einmahl
Erschrecken uns. O Weh!
So trift ein Ungewitter Strahl,
Den Leuchte-Thurm der See!
An Gottes, und an Friedrichs Freund
Hat sich der Tod gewagt?
Die Muse singet nicht, sie weint
Sie jammert und wehklagt!