An Zamiren.

By Johann Georg Gressel

Zamire du bist schön dein Wesen ist galant,

Ein jeder der dich sieht wird gleich durch dich entbrannt;

Dein artigs Wesen sucht mit unentwandten Blicken

Den ungezwungnen Sinn mit Fesseln zu bestricken.

Die Augen feyren nicht die Mienen schüren zu

So nunst du lächelnd weg den Grund-Stein unser Ruh

Und läßt an dessen statt Brand Quaal und Angst zurücke

Damit uns hart genug der Sclaven Fessel drücke.

Und sucht man denn bey dir Errettung aus der Quaal

So doppelt unser Noht ein ernsthafft Augen-Strahl

Die arme Seele muß in tausend Angst verschmachten

Und darf in ihrer Pein auf keine Hülffe trachten.

Manch Geist ist schon dahin wo ihn das dunckle Grab

Die Flammen seiner Brunst kühlt in der Erden ab

Viel müssen jetzo noch die heissen Flammen nehren

Und durch ein heimlich Feur den matten Geist verzehren.

Ich fühle auch den Strahl

Der mich in mir verwirrt und meine schlechte Lust

Verstöhrt: ich bin dein Knecht der Liebes-Fesseln träget

Die mir dein artger Geist mein Engel angeleget.

Ich senffze in der Last ich seh nach Rettung aus

Allein dein Auge dreut mir einen harten Straus

Und zeiget daß es auch so grausahm ist als schöne

Und daß ich mich umsonst dich zu erbitten sehne.

Zamire meine Lust sey gnädig meinem Flehn

Und laß das Jubel-Fest in Kurtzem vor sich gehn.

Soll ich das Purpur-Blut der schönen Lippen küssen?

So wirst du dich gewiß nicht lange weigern müssen.

Wo aber nicht? so zieh die strengen Strahlen ein

Und laß der Augen-Blitz nicht so durch dringend seyn

Damit wenn ich nicht soll ein gütig Hertze hoffen

Mein Geist nicht allzu sehr