An Zamiren.
Zamire du bist schön dein Wesen ist galant,
Ein jeder der dich sieht wird gleich durch dich entbrannt;
Dein artigs Wesen sucht mit unentwandten Blicken
Den ungezwungnen Sinn mit Fesseln zu bestricken.
Die Augen feyren nicht die Mienen schüren zu
So nunst du lächelnd weg den Grund-Stein unser Ruh
Und läßt an dessen statt Brand Quaal und Angst zurücke
Damit uns hart genug der Sclaven Fessel drücke.
Und sucht man denn bey dir Errettung aus der Quaal
So doppelt unser Noht ein ernsthafft Augen-Strahl
Die arme Seele muß in tausend Angst verschmachten
Und darf in ihrer Pein auf keine Hülffe trachten.
Manch Geist ist schon dahin wo ihn das dunckle Grab
Die Flammen seiner Brunst kühlt in der Erden ab
Viel müssen jetzo noch die heissen Flammen nehren
Und durch ein heimlich Feur den matten Geist verzehren.
Ich fühle auch den Strahl
Der mich in mir verwirrt und meine schlechte Lust
Verstöhrt: ich bin dein Knecht der Liebes-Fesseln träget
Die mir dein artger Geist mein Engel angeleget.
Ich senffze in der Last ich seh nach Rettung aus
Allein dein Auge dreut mir einen harten Straus
Und zeiget daß es auch so grausahm ist als schöne
Und daß ich mich umsonst dich zu erbitten sehne.
Zamire meine Lust sey gnädig meinem Flehn
Und laß das Jubel-Fest in Kurtzem vor sich gehn.
Soll ich das Purpur-Blut der schönen Lippen küssen?
So wirst du dich gewiß nicht lange weigern müssen.
Wo aber nicht? so zieh die strengen Strahlen ein
Und laß der Augen-Blitz nicht so durch dringend seyn
Damit wenn ich nicht soll ein gütig Hertze hoffen
Mein Geist nicht allzu sehr