An Zarabellen.

By Johann Georg Gressel

Zarabelle deine Wangen

Zeigen deinen Jammer an

Und dein mattes Auge kan

Nicht vor Schmertz mit Strahlen prangen

Die durch ihren heissen Schein

Hertz und Sinnen nehmen ein.

Deine Rosen sind erblasset

Und die Lilje wil vergehn

Dein beliebtes Tausend-Schön

Bleiche Todes-Angst umfasset.

Der betrübten Augen-Licht

Nur durch Kummer-Wolcken bricht.

Schönste fasse dich doch wieder

Klähre dein Gesichte auf

Laß der Freude ihren Lauff

Daß die Anmuth deiner Glieder

Sich mit neuer Lust belebt

Und die vor’ge Pracht erhebt.

Lasse doch den Schmertzen fahren

Und vergiß der alten Treu

Denck daß es unmüglich sey

Mit Verstorbnen sich zu paaren.

Liebe den wer lieben kan

Was gehn dir die Todten an.