Andre Abhandlung. Von den Liedern, die gewissen Handthierungen eigen waren, oder...
Die du Korn und Aehren mehrest,
Ceres, laß doch diese Erndte
Ja recht reich und fruchtbar seyn.
Hört, die ihr die Garben sammelt,
Bindet ja dieselben gut,
Daß der, so vorüber gehet,
Und euch sieht, nicht sagen möge:
Liederliche Tagelöhner!
Das heißt, Lohn umsonst gegeben.
Stellet eurer Garben Spitze
Gegen Norden oder Westen;
Hiedurch schwellt das Korn am besten.
Jhr, die ihr dreschet, schlafet nie,
Wenn euch der Mittag brennt,
Weil ihr alsdenn mit leichter Müh
Das Korn von seinen Hülsen trennt.
Laßt euch ja im Felde sehen,
Schnitter, wenn die Lerch’ erwacht.
Mit ihr müßt ihr schlafen gehen;
Und der Mittags-Hitze Macht
Unempfindlich überstehen.
Jhr Kinder, die Bequemlichkeit,
Die Ruh, die jenen Frosch erfreut,
Verdienet unsern Wunsch und Neid.
Jhm fehlet kein verlangter Trunk,
Er suchet keinen, der ihm schenket,
Er trinket, durch sich selbst getränket,
Und hat zu trinken gnung.
So! karger Filz, nichts steht dir schöner,
Als daß du deine Tagelöhner
Mit schlechten Linsen weidst.
Verwunde dir nur nicht die Hände,
Wenn du einmal zu diesem Ende
Ein Kümmel-Korn zerschneidst.