Anrede an diejenigen die sich mit bangen Nah- rungssorgen quälen.
Zweifler! die ihr alle Morgen durch die Sorgen
Eure Tage trübe macht;
Obgleich
Durch das Himmels-Licht anlacht.
Gehet in die grünen Felder,
In die Gärten, in die Aun,
Da könt ihr die bangen Grillen
Und an Frucht und Bäumen schaun,
Daß ein ewig weises Walten
Mensch und Viehe sey bemüht:
Denn ihr seht, aus Feld und Bäumen
Der zu unsrer Nahrung blüht.
Hört der Vögel zwitschernd Klingen,
Jhren Schöpfer der sie nährt;
Sie sind froh auf ihrer Reise
Auf dem Feld im Flug beschert,
Jhr als Menschen! wolt den Schlummer
In der stillen Nacht zerstöhrn:
Und an frohen Sonnen-Tagen
Wer euch wird mit Brodt ernährn?
Nur getrost! der Höchste wachet
Daß man Brodts die Fülle hat:
Wenn uns bittre Armuth quälet,
Weis er dennoch Hülf und Rath.
Er giebt Speise allem Viehe
Solt ers nicht dem Menschen thun?
Er als ein getreuer Vater
Wird doch nimmer eher ruhn;
Als bis er nach Vater-Weise
Und als seinen Kindern giebt:
Wer dies gläubt mit festen Sinne,
Daß ihm
Last des Kummers Dunst verfliegen,
Findet man stets Ueberflus:
Aber wenn man unzufrieden
Steter Hunger beim Genus.
Gott der liebt ein frohes Herze das vom Schmerze
Eitler Sorgen sich befreit;
Wer ihn sucht mit trüben Mienen
Kennt nicht seine Herrlichkeit.
Darum fasset ins Gemüte,
Fleht dieselbe brünstig an;
Treibet fleißig eur Gewerbe
Dadurch er euch nähren kan.