Anrede an diejenigen die sich mit bangen Nah- rungssorgen quälen.

By Johann Justus Ebeling

Zweifler! die ihr alle Morgen durch die Sorgen

Eure Tage trübe macht;

Obgleich

Durch das Himmels-Licht anlacht.

Gehet in die grünen Felder,

In die Gärten, in die Aun,

Da könt ihr die bangen Grillen

Und an Frucht und Bäumen schaun,

Daß ein ewig weises Walten

Mensch und Viehe sey bemüht:

Denn ihr seht, aus Feld und Bäumen

Der zu unsrer Nahrung blüht.

Hört der Vögel zwitschernd Klingen,

Jhren Schöpfer der sie nährt;

Sie sind froh auf ihrer Reise

Auf dem Feld im Flug beschert,

Jhr als Menschen! wolt den Schlummer

In der stillen Nacht zerstöhrn:

Und an frohen Sonnen-Tagen

Wer euch wird mit Brodt ernährn?

Nur getrost! der Höchste wachet

Daß man Brodts die Fülle hat:

Wenn uns bittre Armuth quälet,

Weis er dennoch Hülf und Rath.

Er giebt Speise allem Viehe

Solt ers nicht dem Menschen thun?

Er als ein getreuer Vater

Wird doch nimmer eher ruhn;

Als bis er nach Vater-Weise

Und als seinen Kindern giebt:

Wer dies gläubt mit festen Sinne,

Daß ihm

Last des Kummers Dunst verfliegen,

Findet man stets Ueberflus:

Aber wenn man unzufrieden

Steter Hunger beim Genus.

Gott der liebt ein frohes Herze das vom Schmerze

Eitler Sorgen sich befreit;

Wer ihn sucht mit trüben Mienen

Kennt nicht seine Herrlichkeit.

Darum fasset ins Gemüte,

Fleht dieselbe brünstig an;

Treibet fleißig eur Gewerbe

Dadurch er euch nähren kan.