Anreden an GOtt uns seine Ei- genschaften auf dem Feldern se- hen zu lassen.

By Johann Justus Ebeling

Unsrer Felder reiffe Blüte,

Zeuget

Womit du die Menschen nährst:

Ach! laß uns bey diesem Seegen,

Den du giebest wol erwegen,

Wie du uns auch dadurch lehrst,

Uns zum Guten zu erwekken,

Da wir deine Güte schmekken.

Gott du kanst uns in den Aehren,

Die wir eingesammlet lehren,

Deine grosse Wundermacht;

Gib daß wir stets mit Bedacht

An den Früchten die wir essen

Andachtsvoll die Größ ermessen,

Die mit Seegen unser Feld,

Und dadurch auch uns erhält.

Weiser GOtt! wie wunderbar,

Giebest du uns alle Jahr,

Unsre Nahrung aus der Erden,

Da, wenn wir den Saamen streun,

Unter himmlischen Gedein,

Unsre Felder fruchtbar werden;

Laß uns deine Weisheit sehn,

An den Früchten die entstehn,

Damit wir an deinen Gaben,

Mögen Leib und Seele laben.

Gerechter GOtt! mit deiner Ruthe,

Stäupest du das Akkerfeld,

Damit die verfluchte Welt,

Jhrer Sünden wegen blute:

Laß uns HErr! doch nicht erfahren,

Deine Strafgerechtigkeit,

Wie in den vergangnen Jahren,

Sondern gib uns Gnadenzeit.

Wunder GOtt! du hast versprochen,

Jährlich eine Erndte-Zeit;

Das hast du noch nie gebrochen,

Laß uns die Warhaftigkeit,

Deines Worts an deinen Werken,

Auf dem Felde wol bemerken:

Damit uns dies alle Jahr,

Mache deine Warheit klar.

Schöpfer! deine Vorsehung,

Kan man mit Bewunderung,

An den wunderbaren Werken,

Deiner Schöpfung stets bemerken:

Zeig uns auch auf unsrer Flur,

Jhre Andachtsvolle Spur,

Da dein Gnaden-volles Walten,

Uns darauf die Frucht erhalten.