Aria wider die neider.
Ich muß mich endlich noch verschliessen,
Jhr neider! kommt und sperrt mich ein;
So darff es euch nicht mehr verdrießen,
Daß mir die leute günstig seyn:
So sitz ich dann in guter ruh,
Und höre euren possen zu.
Jhr wisset alle meine thaten:
Ich darff nicht auf die gasse gehn,
So bin ich schon bey euch verrathen,
Und muß im zeddul oben stehn.
Das macht, der wächter ist bestellt,
Der mich in steter hut behält.
Allein ihr mercket nicht die tücke;
Die wächter sind euch nicht getreu:
Sie bringen euch manch falsches stücke,
Und manche derbe lügen bey.
Denn was mein tage nicht geschehn,
Das haben sie von mir gesehn.
Bald treffen sie bey finstern stunden,
Mich mitten auf den gassen an:
Bald werd ich hier, bald da gefunden,
Und habe nirgends recht gethan.
Allein sie haben bey der nacht
Die brillen nicht recht klar gemacht.
Ich setze mir offt vor, zu schweigen,
So wird die einfalt angeklagt:
Und will ich mich was frey bezeigen,
So hab ich gleich zu viel gesagt.
Wo treff’ ich diesen meister an,
Der mich die künste lehren kan.
Wiewol ich werde mich nicht kräncken,
Mein hertz ist mir noch viel zu gut.
Jhr neider dürffet nicht gedencken,
Daß mir das leiden wehe thut.
Die unschuld kan in dieser pein
Mein allerbestes labsal seyn.
Gewiß, ich muß nur eurer lachen,
Ob ich euch noch so alber bin.
Jhr mögt es künfftig ärger machen,
Trett selber auf die wachen hin,
Und nehmet dann bey tag und nacht
Mein thun und lassen wohl in acht.
Indessen dient es mir zum besten:
Ich sage nichts, doch merck ich wohl,
Wie man bey solchen schlimmen gästen
Sich künfftig recht verhalten soll.
Ich weiß schon, was im hertzen steckt,
Ob gleich der kuß nach zucker schmeck
Jhr mögt die unschuld immer hassen,
Genung, daß sie der himmel liebt.
Jhr müsset mir doch endlich lassen,
Was dessen gunst und gnade giebt.
Will der mir wohl, so hab’ ich’s gut,
Und achte nicht, was mißgunst thut.