Aria wider die wanckelmüthigkeit seiner liebe.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Flatternde liebe!

Wo eilest du hin?

Ein gesetzter sinn

Folget einem edlern triebe,

Den kein neben-licht,

Ja der donner selbst, nicht unterbricht.

Jrrende sterne

Bedeuten nicht viel:

Ein beständig ziel

Jagt die unruh in die ferne.

Taugt auch ein magnet,

Der nicht stets nach einem pole steht?

Flüchtige flammen

Verzehren sich bald:

Einen pappel-wald

Schlägt ein schwacher sturm vonsammen;

Wahre liebe bleibt,

Wie ein ceder-baum, der recht bekleibt.

Macht eine sonne

Den monden vergnügt,

Der nicht eckel kriegt

Vor so alter kost und wonne;

Warum findest du

Nicht in einem sterne lust und ruh?

Darum, o liebe!

Vollende den flug!

Handle treu und klug,

Und gehorche doch dem triebe,

Der nach leib und geist

Dich Ambretten stets umfassen heist!