Arismene verweiset ihm seine Dreistigkeit.

By Johann Georg Gressel

Nicht zu dreiste mein Lysander!

Küßt die Brüste so euch frey

Bleibt bey diesen laßt das Ander

Dencket daß es heilig sey.

Laßt die geilen Griffe bleiben

Krönet lieber meine Brust

Und last eure Finger treiben

In dem Marmor-Meer der Lust.

Kühlet eure heisse Finger

In des Busens zarten Schnee

Er wird dadurch nicht geringer

Sondern quillet in die Höh.

Spielet in den zarten Wellen

Kühlt euch in dem Perlen-Thau

Küßt der Wollust Lager-Stellen

Auf der Brüste Rosen-Au.

Schaut Corallen auf

Und den Türcks in Milch gesetzt;

Schmeckt die Anmuth so die Liljen

Meiner Brüste angenetzt.

Schützt den Eingang dieses Landes

Wo Rubin auf Perlen glüht

Ehrt die Gegend dieses Strandes

So den Geist mit Lust versteht.

Wadet in dem Marmor-Meere

Dessen Wellen milchern sind

Was ich allen hier verwehre

Wird euch nur allein gegünnt.

Füget euren Mund und Lippen

Diesen Himmels-Früchten bey

Suchet von den Perlen-Klippen

Etwas so euch Zucker sey.

Sauget als die zarten Bienen

Honig aus dem Tausend-Schön

Jener blühenden

Die auf meinen Hügeln stehn.

Krönet küsset diese Ballen

So die Anmuth Töchter nennt

Laßt euch ihre Pracht gefallen

Davon sich die Lust nie trennt.

Wartet diese Lust-Granaten

Lacht die

Wie ihr Schmuck so wohl gerahten

Daß er Todten helffen kan.

Bleibt von dem verbohtnen Lande

In dasselbe kommt ihr nicht

Wohnet bey dem schönen Strande

Da euch keine Lust gebricht.

Selbst die Anmuth will euch weiden

Sie giebt alle Schätze frey

Warum wolt ihr Mangel leiden

In der öden Wüsteney?

Bleibet in dem vollen Garten

Da die Töpff mit Fleisch gefüllt

Was! wolt ihr auf

Wo der Than den Hunger stillt?

Bleibet bey den vollen Brüsten

Und verlaßt die leere Schoß;

Wer vertauscht um eine Wüsten

Wol ein schön geputztes Schloß?

Frost und Hitze könnt ihr finden

In der Brüste Paradieß

Flammen löschen und entzünden

Kan des Busens Silbern Vließ.

Seht wie Feur aus Eyse quillet

Heisser denn es

Doch der Brandt wird bald gestillet

Daß sich seine Hitze legt.

Hecla heget Feur und Flammen

Frost und Hitze reicht er dar

Diese stehen auch beysammen

Auf der Brüste Brand-Altar.

Bald sind sie in Eyß geweltzet

Und dem Schnee in Ballen gleich

Wenn die Hitze sie nun schmeltzet

Sind sie am Vergnügen reich.

Und bey diesen Wechselungen

Bleibet doch die Anmuth hier

Ja die Lust ist ungezwungen

In dem weissen Brust-

Drum so krönet diese Ballen

Wo sich Lust und Anmuth regt

Und verlaßt des Schoosses Hallen

Die nur todtes Tauren hegt.

Schaut die Zwilling meiner Brüste

So wie glatte Rehe stehn

Sagt daß sich eur Sehnen rüste

Dieses Wild im Netz zu sehn.

Meine Brüste sind wie Trauben

Die noch nicht zerquetschet sind

Davon könnt ihr

Welchen man voll Anmuth findt.

Jhre Säffter sind viel besser

Als der angenehmste Wein

Da ist das Verlangen grösser

Als es nach dem Wein kan seyn.

Schaut sie hier in Rosen weiden

Da sie keine Sonne sticht

Aus den Schatten reichen Heiden

Weicht die kühle Anmuth nicht.

Was den

Und

Hier ein holdes Schicksahl zeiget

So euch nichts ermangeln läßt.

Nehmet an mein süßtes Leben

Dieses zarte Lust-Gefild’

Euch will ich die Brüste geben

Der

Schaut die Helffenbeinern Thürme

Als des Himmels Brust-Bild an

Laßt daß nicht mein Eyfer stürme

Was die lose Hand gethan.

Hier steht euch mein Hold-seyn offen

So weit als die Brüste gehn;

Doch die Schooß läßt euch nichts hoffen

Ja nicht einst das blosse Sehn.

Brechet von den Brüsten Früchte

Hüllt die Hand in Sammet ein

Eßt des Busens-Schau-Gerichte

Es soll euch vergönnet seyn.

Nur die Schooß und ihren Häynen

Last

Sonsten ihr ein Zorn-erscheinen

Uber eure Schädel führt.

Seht wie

Um der Brüste Wollust-Baum

Schaut wie seine Aepffel reiffen

Drum verlacht den Sodoms-Schaum.

So das todte Meer euch zeiget

Und zum Unglücks-Koder braucht

Dessen Lust zum Sterben neiget

Und wie leichter Rauch verraucht.

Aber bey der Brüste Liljen

Findet ihr beliebte Lust

Die kein Wetter kan vertilgen

Aus dem Garten meiner Brust.

Bey den Liljen und

Bey Granaten und der Nelck’

Jdumeens Rosen grünen

Diese macht kein Unfall welck.

Daselbst ist die Zucker Quelle

Die mit Milch und Honig rinnt

Und die

Da man Lebens Stärckung findt.

Balsam Musch und Specereyen

Wird auf diesem Bett gehegt

Alle Tage sich von neuen

Da erneute Wollust regt.

Drum mein wehrter Schatz

Küßt die Brüste so euch frey

Dabey bleibet last das Ander

Denckt daß es verboten sey.