Armeniens wunderliche Liebens-Art.
Soll uns Armenie mit ihrer Gunst anlachen
So muß man sie durch Geld zuvor verliebet machen
Braucht man dis Kunst-stück nicht so triegt die Meynung oft
Und man erlangt das nicht worauf man sonst gehofft.
Hat sie die krumme Hand mit Gaben nicht vergnüget
So kriegt man keinen Blick ob man gleich vor ihr lieget
Sie dencket weil sie schön und liebens-würdig ist
Es schwärtzte ihre Zier wenn ohne Geld geküßt.
Sie will der
Man soll durchs Gold wie
Denn gleich wie dessen Gold durch Stein und Hüter brach
So gibt sie alsofort auf das Geschencke nach.
Sie läst sich nicht durch List noch Schmeichelung besiegen
Sie liebet den Gebrauch mit güldnen Kugeln kriegen
Der grosse
Weil er ihr diese Kunst zu ihren Vortheil lehrt.
Vom Freyen hält sie nichts noch weniger von Nehmen
Des Nehmens aber wil sie selber sich nicht schämen
Sie siehet auf das Geld ist dieses mit darbey
So glaub er daß er schon der Vestung Meister sey.
Wer will mag diese Kunst nur einmahl an ihr üben
Sie wird ihn alsofort mit grosser Inbrunst lieben
Denn spricht sie: Wer kan wol von Stahl und Eysen seyn
Ist doch ein heisser Kuß auch bey den Engeln rein
Allein was wird daraus? ach Kinder Kinder Kinder!
Sie aber bleibt getrost und buhlt nichts destominder
Sie schreyet immer fort ich nehme dennoch Geld
Ob mich schon manches Kind vor seine Mutter hält.