[ASterie / ich bin gebunden /]
Written 1660-01-01 - 1660-01-01
ASterie ich bin gebunden
Und zwar durch nichts als einen kuß
Den kuß der macht mir seelen-wunden
So daß ich tödtlich krancken muß.
Ich werd entzücket
Durch einen mund
Und auch berücket
Daß von der stund
Ich nicht gesund.
Entdecke mir doch was das küssen
In seinem rechten ursprung sey;
Wenn sich die geister in sich schliessen
Durch so verliebte zauberey
Und sich verschrenken
In schneller eil?
Wer kan gedencken
Was vor ein theil
Der küsse pfeil?
Dein mund der ist mein wollust-keller
Worinn sich offt berauscht die seel;
Ich achte nicht den muscateller
Wann nur in der corallen-höl
Die seele weidet
Nebst deinem geist
Der nicht eh' scheidet
Und von mir reist
Biß ich gespeist.
Asterie laß deine lippen
Mir nur nicht harte felsen seyn;
Ein schiffer flieh't sonst hohe klippen
Bey dir lauff ich im hafen ein.
Dein kuß der bleibet
Mein lust-magnet
Zu dem mich treibet
Die treu so steht
Und nicht vergeht.
Hastu von mir was mehr empfunden
Als den verschrenckten lippen-rausch?
Hat lieb und treu ein garn gewunden
So schöner als der rosen-strauch;
So magstu glauben
Daß ich kein schnee
Und daß mit schrauben
Im hertzen steh
Asterie.