Asträens durch vier halb-götter ge- stütztes ehren-bild als vier gute freun- de ...
Paris das andre Rom hat auch der Römer sitten
Und läst sie sonderlich umb seinen könig schaun;
Es würde wenn es nur die christen-regeln litten
Jhm leicht als einem GOtt altar und tempel baun.
Nur neulich hat es noch mit tausend pracht gezeiget
Wie hoch die Majestät wie groß der bürger treu
Und wie ein Königs-thron der alles übersteiget
Nur nach gemeiner art nicht zu verehren sey.
Es hatte diese stadt ein bild aus ertz gegossen
Umb seinem Ludewig ein ehren-mal zu seyn.
Das werck war auffgeführt und auch beglückt geschlossen
Und endlich weyhte man es diesem König ein.
Bey dieser handlung ward ein tempel angeschauet
In dem man ebenfalls des königs bildniß fand
Und war das gantze werck auff felsen auffgebauet
Auff derer härtigkeit es unbeweglich stand.
Vier helden die man einst den göttern zugesellet
Die nahmen ihren platz auff allen seiten ein.
Hieher war Hercules dort Perseus hingestellet
Hier stund des Theseus bild dort muste Jason seyn.
Manch sinnbild war hierbey von kluger hand geschehen
Es fehlte über diß an ehren-pforten nicht
Und unten liessen sich die wasser-götter sehen
Die voll verwunderung ihr haupt empor gericht.
Jhr die ihr an dem strand der schnellen Pleisse wohnet
Und heute fast bestürtzt von ihrem ufer geht
Da freud und jubel-ruff auch wolcken nicht verschonet
Indem die weite lufft voll schall uud jauchzen steht;
Jhr sag ich die ihr gleich den triessenden Najaden
Jtzt mit verwunderung das frohe haupt erhebt
Und die der glocken klang zu einem fest geladen
Von dessen herrlichkeit ihr alle zeugniß gebt:
Was seht ihr anders sonst? was kommt euch zu gesichte
Als ein dergleichen werck wie nächst Paris geschaut?
Das alles was so strahlt vor eurem augen-lichte
Hat man Astrœens bild zum tempel aufferbaut.
Denn weil die Themis hier in gar so viel gerichten
Sonst nichts zu üben pflegt als recht und billichkeit
Weiß sich die linden-stadt nicht besser zu verpflichten
Als daß sie diesen tag zu ihrem feste weyht.
Ein felsen ist der grund auff dem ihr tempel stehet
Denn die gerechtigkeit pflegt felfen gleich zu seyn:
Sie sinckt nicht wenn ein sturm der wellen auff sie gehet
Und es erweicht sie auch kein heisser sonnenschein.
Die helden welche hier den bau der ehren stützen
Seyd ihr gedoppeltes und halbes götter-paar
Astrœens bildniß kan auff euch geruhig sitzen
Jhr nehmt ihr theures wohl auff allen seiten wahr.
Mein Svendendörffer du bist Hercules zu nennen
Weil du die üppigkeit und faulheit stets bekriegt
Und sie zwo schlangen gleich die andre gifftig brennen
Fast in der wiege schon wie Hercules besiegt.
Und fragt man was davor das glücke dir beschieden?
So heist dein purpur mich dergleichen deutung thun:
Es wird wenn einsten ja dein atlas solt’ ermüden
Der ehren-himmel denn auff deinen schultern ruhn.
Du werther Frise hast das unrecht überwunden
So wie der Perseus einst Medusen hat gefällt
Demnach wer deinen witz und klugheit hat empfunden
Wird durch verwundern fast in einen stein verstellt.
Die arbeit wenn sie noch so schwer und hart gewesen
Hast du durch steten fleiß erleget und besiegt
Dir zur Andromeda die Themis auserlesen
Und dich und sie dadurch den sternen beygefügt.
Weil kluger Götze dich die weißheit seltner sachen
Der sprachen wissenschafft und gründliche verstand
Den du in rechten hast bereits zum abgott machen
Wird halb-gott Theseus auch dir billich zuerkant.
Statt Ariadnens hat die tugend dich geführet
Jm labyrinth viel sich sonst vergebens mühn
Und hat des Theseus arm Athen geschickt regieret
Wird unser Pleiß-Athen dich auch zu ehren ziehn.
Und du mein Stiglitz bist dem Jason zu vergleichen
Dein schiff ist müh und fleiß du theurer rechtens-sohn
Du hast die segel stets nach Colchis lassen streichen
Drum trägst du auch anitzt das göldne vließ davon.
Und hast du diesen schatz und solche kostbarkeiten
So wird gewiß dir auch Medea nicht entgehn:
Sie mag dir nun ein amt sie mag ein weib bedeuten;
Genug daß beydes sol zu deinen diensten stehn.
Wohlan! die Königin der rechte ist vergnüget
Daß ihr geweyhter thron so feste stützen führt
Und die gerechtigkeit auff solchen felsen liget
Auff derer spitze man nichts von erschüttern spürt.
Euch aber lasse nur der himmel alles schauen
Was werthesten diß blat euch wollen prophezeyn
Und ich wil noch zuletzt den sieges-bogen bauen
Worauff die beyschrifft sol von solchem innhalt seyn:
Schaut diese tragen hier mit unermüdtem rücken
Vier starcken pfeilern gleich Astrœens ehren-bild
Und daß sie diese last nicht sol beschwerlich drücken
Sind ihre schultern itzt in purpur eingehüllt.