Auch ein Mädchen aus der Fremde

By August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Written 1819-01-01 - 1819-01-01

Ein Mädchen aus der Fremde kam

Und wollte sich vermählen,

Doch wollte sie den Bräutigam

Sich selber nur erwählen.

Willkommen, junge fremde Fee

Voll Anmuth, Mild' und Güte,

So rein wie frisch gefallner Schnee,

So schön wie Maienblüthe!

Wohin sie kam, da schien sogleich

Sich Alles froh zu regen,

Und wo sie weilte, stand das Reich

In Kraft und Macht und Segen.

Willkommen! schollen hell und laut

Des Volkes frohe Lieder:

O ließe sich die holde Braut

Bei uns doch heimisch nieder!

Sie aber bot ihr Händelein

Nur einem Königssohne:

Ich will mit ihm vermählet sein,

Mit ihm und seinem Throne!

Er nähme sie auch gern zur Eh',

Wenn's ginge morganatisch,

Das aber war der lieben Fee

Doch gar zu problematisch.

Sogleich war ohne alle Spur

Die Fee wie weggetrieben,

Uns aber ist ihr Name nur:

Constitution, geblieben.