Auf das Absterben Jungf. R. g. K. den 26. May 1672.
Dein' Außfahrt Seelige geschicht zu diesen Zeiten
Da gleich dein Bräutigam dein Heiland Aufffahrt
Der Triumphirende rufft dich an seine Seiten
Umb mit ihm einzugehn des Himmels Ehren-Zelt.
So ist dein Freund doch treu biß in des Todes Schatten
Biß sich deß Lebens Tag und Abend hat gekühlt
So will er dein Gebet und Sehnen recht erstatten
Daß der erblaste Leib nun keine Qual mehr fühlt.
Unschätzbarer Triumph! Weit über das Gepränge
Worinn das stoltze Rom sein Sieges-Fest begieng
Daß der bezwung’nen Städt’ und Länder Nahm’ und Mänge
Kunst-artig abgemahlt an hohe Säulen hieng
Wenn sich der gantze Rath in weissen Kleidern zeigte
Der Uberwinder selbst in Cron und Scepter wieß;
Wenn das gefangne Volck sich zu der Erden neigte
Ja vielmals ein Tyrann die Fürsten ziehen hieß.
Es war nicht nur genug das Helffenbein zum Wagen
Wenn nicht ein Elefant denselben auch geführt
Und so ins Capitol den Siegenden getragen
Worinn noch grösser Pracht und Hochmuth ward gespürt;
Man schlachte Menschen ab zum Opfer ihren Göttern
Und gab gediegen Gold mit fettem Weyrauch hin
Man legt’ in ihren Schoß den Krantz der Lorber-Blättern
Und ließ die gantze Stadt in Lust und Freuden blühn:
Darbey ward auch das Volck der Knechte frey gelassen
Der Jungfern zarte Schaar stimm’t Harff und Seiten an:
Der Uberwinder leb! Erklang auf allen Gassen
Und so ward dem Triumph sein höchstes Recht gethan.
Allein vern irrter Traum! Ein Pünctlein von der Erden
Das mit
Gar in weit andrem Glantz und herrlichern Geberden
Hat unser Lebens-Fürst erwiesen seine Macht.
Er hat zuvor den Feind der gantzen Welt bezwungen
Der Höllen Reich zerstört des Todes Zahn zermalmt
Bey seiner Auffahrt hat der Engel Mund gesungen
Und seine Heiligen Jhm nachgefolgt bepalmt.
Wir Sünden-Knechte sind dadurch nun gantz befreyet
Und sollen einst vor ihm in weissen Kleidern stehn.
Das Seufftzen und Gebet so unser Hertz außstreuet
Sind Opffer die zu ihm durch alle Wolcken gehn.
Ach seliger Triumph! Der uns den Himmel giebet
Der uns die Ewigkeit zu einem Erbtheil schenckt.
Kenn-Zeichen wahrer Treu wie GOtt die Welt geliebet
Wie unser Heyland stets der Seinigen gedenckt:
Sie sollen bey ihm seyn sie sollen bey ihm bleiben
Und in des Vatern Reich geniessen Fried und Ruh.
Welch König dieser Welt kan uns so viel verschreiben?
Und welche Sieges-Pracht legt uns dergleichen zu?
Ach S
Du
Dein unbefleckter Geist ist Himmel angedrungen
Und hat den Brautschmuck selbst von JEsu Händen kriegt.
Nun weidest du mit ihm in unverwelckten Rosen
Bist als ein Siegel ihm gedrücket in sein Hertz
Es tilgt noch Glut noch Flut das himmlische Liebkosen
Wenn Eckel und Verdruß folgt auf der Menschen Schertz.
Du bist dem Namen nach auch Rosen gleich gewesen.
Wie die ein frembder Ort und Stamm offt schätzbar macht
So ist deß Vatern Ruhm noch überall zu lesen
Und wie er sein Geschlecht weit höher hat gebracht.
Er war des Rathes Zier der Musen Lust und Wonne
Was wunder so sein Kind Sineser Rosen gleich?
Jhr Landsmann nennt sie selbst der Blumen Hertz und Sonne
Und eine Königin in Florens holdem Reich:
Deß Morgens ist sie weiß deß Mittags voller Flammen
Biß ihr das Abend-Roth den braunen Purpur gibt.
Auch bey der
Das sonst das Jungfern Volck wie theure Perlen liebt.
Die reine Gottesfurcht die Röthe keuscher Sitten
Der Tugend Purpur-Ruhm so Grufft und Bahre mahlt
Die Christliche Gedult in welcher sit gelitten
Biß sie den letzten Rest hat der Natur bezahlt.
Und wie sich Himmel-blau deß Welschlands Rosen färben
So blieb ihr frommer Sinn dem Himmel zugewand
Indem sie war gelehrt in Christo abzusterben
Und dermal eins zu sehn das wahre Vaterland.
Es mag sonst Mompelgart mit Moschus Rosen prangen
Den köstlichen Geruch annemlich stellen für
Was nach der Tugend schmeckt dem ist sie nachgegangen
Und schätzte die allein des Frauen-Zimmers Zier.
Es rühmet Memphis sich daß seine Rosen Lilgen
An Farben und Gestalt am meisten ähnlich seyn
Wie leichtlich kan ein Nord die ersten Blüthen tilgen
Der Keusch heit Blume blieb bey der Verblichnen rein.
Ob auch Präneste sich in Milch und Scharlach kleidet
Und seiner Rosen-Art führt Hundert-Blätrig auf
So ist es eine Lust so von den Augen scheidet
Eh zweymal Cynthia ver ändert ihren Lauff.
Nein unsre
Daß keine Wechselung des Glückes sie verkehrt:
Jhr JEsus war ihr Stock sie aber eine Reben
Die nicht des Winters-Frost der Sonnen-Glut verzehrt.
Das reiche Persien hegt volle Rosen-Bäume
Die der Gesunden Lust der Krancken Artzney seyn.
Die Abgelebte senckt’ auch ihrer Tugend Kanne
Theils zu deß Nechsten Nutz Gott zugefallen ein.
Weil aber Dornen stets den Rosen-Zweig umbschrencken
(zeigt sie schon Indien von allen Stacheln frey )
Ließ die
Und wuste wie die Welt ein Feld voll Disteln sey.
Sie rieff: Ach Bräutigam noch in der Todes-Stunde
Mein Hertze klopfft nach dir und meine Seele wacht.
Es küsse mich doch
Und gab so wolgemuth der Erden gute Nacht.
Ach kluge
Dein Rosen-Krantz verblast auch bey der Nach Welt nicht!
Dich hat der Bräutigam du wieder ihn gekennet
Und im Triumph geführt für Gottes Angesicht.