Auf das grosse Stück-Schiessen den 4. Julii den 1666. in Breßlau gehalten.
Daß die Gerechtigkeit und heilsame Gesetze
Dein unvergänglich Lob du schöne Stadt erhöhn
Daß Rath und That zugleich dir an der Seiten
Damit kein gisstig Biß deß Feindes dich verletze
Kröhnt Breßlau deinen Ruhm und mehrt die grosse Ziehr
In welcher du vorlängst gehst andern Städten für.
Doch ist diß nicht allein. Auch mitten in dem Frieden
Da ungekränckte Ruh die güldnen Zeiten weist
Schläft doch dein Bürger nicht der embsig sich befleist
Wie durch der Waffen Macht wird aller Fall vermieden
Und als jetzt hundert Jahr gleich ihren Kreiß vollziehn
Sieht man deß Werders Platz an Stück und Zelten blühn.
Es wolte Jupiter nechst seinen Blitz ablegen
Als er den Donner-Knall auf Erden hörte gehn
Und Mars blieb nicht wie vor auf seinen Hämus stehn.
Er dachte gleiche Lust mit solchem Volck zu hägen
Das in dem Hertzen Feur Krafft in den Armen hat
Und das nicht ohn Verdienst erlangt ein Lorbeer-Blat.
Hiermit so wuchs der Muth als Kleinod und Geschencke
Von Göttern dieser Stadt den Bürgern außgetheilt
Ein jedes Auge hat der Kugel gleich geeilt
Zu sehen ob der Schuß tieff in dem Schirme hencke
Wie weit daran gerückt wie nah es müsse seyn
Und was da eigendlich zum Vortheil leitet ein.
Den Uberwinder hat die Stimme der Trompeten
Ein freudiges Glück zu ein silberner Pocal
Siegprangend aufgeführt und denn ein köstlich Mahl
Geheissen alle Noth und bittre Sorgen tödten
Wer lobt im Frieden nicht Bereitung zu dem Streit
Und daß man diß erlernt was man braucht mit der Zeit.
Zwar ewiges Gelück und Frieden-reicher Segen
Schweb’ umb dein blühend Haupt du unbefleckte Stadt
Die nie kein Feind geschwächt kein Sturm geschändet hat.
Es müsse stetes Heil sich umb die Mauren legen
Der Oelbaum süsser Ruh ein Paradiß dir baun
In dem die Einigkeit ist wesendlich zu schaun.