Auf das in Schlesien sehr gewönli- che Karten spiel des trap- pelirens.
Jhr freunde kommt herbey der wahltag ist vorhanden
Der tag der uns erhöhn und wieder stürtzen kan
Drauf unser wohl und weh das gantze jahr gestanden
Den ieder sieht von uns mit furcht und hofnung an.
Wer diesen zeichen wird mit einem weissen steine
Wen der verbuhlte mund des glückes heute küst
Der kan nach hause gehn mit solchem ehrenscheine
Den selbst der Preto Jan und Mogol nicht genist.
Es lache wer da wil so muß er doch bekennen
Daß die vergnügung offt in eignem wahn besteht
Und der mit besserm fug ein könig ist zu nennen
So frey in mesolan als selav in purpur geht.
Wer weiß ob ich nicht oft viel größre lust empfunden
Wenn mir der Kuppidu nach hertzens wunsch gelückt
Als Ludwig da er Gent und Straßburg überwunden
Ob ieder gleich vor ihm vor mir sich keiner bückt.
Gewiß der beste wein ist meist in irdnen schalen
Der unmuhts-wurm befleckt den schönsten Porcellan
Ein hauß in Breßlau zeigt uns größre freuden-stralen
Alß kein Eseurial kein Louvre geben kan.
Ein wohlgesagter schertz kan uns so gut ergötzen
Als Molierens geist sich zu Paris bemüht
Wir können seel und hertz in bessre freude setzen
Als wenn man Roßballet und stiergefechte sieht.
Das macht der freundschafft saltz würtzt lieblich unfre speisen
Lust und vertrauligkeit ist unser mode-band
Der redligkeit tinetur macht gold aus unserm eisen
Wir brauchen zum salgt der liebe zuckerkant.
Wir fechten ohne blut wir schlagen doch die blätter
Wir kriegeu aber nur mit schwerdtern so gemahlt
Wir zancken doch entsteht kein blitz und donnerwetter
Wir nehmen und es lacht wer auch das meiste zahlt.
Welch Cato wil sich nun das edle trappeliren
Das grosse heldenspiel zu tadeln unterstehn?
Wir lernen land und stadt durch dieses spiel regieren
Und wie es überal pflegt auf der welt zu gehn.
Denn was der mund nicht kan das müssen prügel zwingen
Seind diese denn zu schwach so greifft man nach dem schwerd
Was beiden noch zu schwer muß geld zuwege bringen
Was hat ein becher nicht für gutes offt gewehrt.
Ich gehe weiter fort ist es nicht eh geschehen
Daß ein geringer mensch so nichts als ich und du
Sich durch subtilen witz in solcher macht gesehen
Daß könige vor ihm gemacht die augen zu.
Ein fußknecht geht oft mehr in einer viertelstunde
Als der zu pferde nicht in einer woche kan
Wer itzund obenliegt geht augenblicks zu grunde
Vor zehen sieht man neun vor neune zehen an.
Wir finden wenn wir offt im geist was grosses kochen
Daß doch ein schlechtes blat und böse sieben macht
Daß unser anschlag fehlt auff zwey und funfzig wochen
Und wir vor alle müh nur werden ausgelacht.
Der hofnung blauer dunst pflegt meistens uns zu blenden
Daß man was guts verwirft und nach dem schlimmen greift
Da doch viel besser ist ein sperling in den händen
Als rebhun und fasan so in dem walde läufft.
Ist einer der das glück kan zur gemahlin finden;
Und dessen hofnungs baum beginnet schön zu blühn
So wird sich alle welt gleich wider ihn verbinden
Und mit gesamter hand ihn plötzlich überziehn.
Wir müssen offt bald diß bald jenes wiedergeben
Das man nicht ohne grund vor schon gewonnen hielt
Weil unsre freunde selbst sich wider uns erheben
Wenn gifft der eifersucht aus ihren hertzen quillt.
Diß alles und noch mehr kan unser spiel uns lehren:
Jhr die ihr euch mit müh der rechenkunst befleist
Kommt insgesammt zu uns hier könnt ihr zahlen hören
Die euch kein Seckerwitz kein Adam Riese weist.
Ein iedes liebes glied wird hier vergnügung finden
Das auge sieht sich nicht der schönen bilder satt
Das ohre kan vom thon der blätter lust empfinden
Der arm wird hoch erhöht wenn man gesieget hat.
Jedoch was müh ich mich das spiel recht zu erheben
Ich finde meine faust vor dieses werck zu klein
Ein knorr ist viel zu dürr rechtschafnen glantz zu geben
Es muß ein Stein der Loh ein Wald des Hofes seyn.
Weg Hor weg Bindari Bassette und Tricheken
Weg Hornbre contra kauff- und Lanterlilabet
Es saget Schlefien mit Preussen und Polacken
Daß über alles spiel das Trappeliren geht.
Kommt freunde last uns nur heut mit einander freuen
Und nehmet günstig an was hier mein geist erdacht;
Geschichts so sol mein mund mit vollem halse schreyen;
Mein sechsundzwantziger ist redlich angebracht.