Auf das treffen bey Landen an den Marggraff Carl Philip von Brandenburg.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Den sieg der durch den spruch der tugend unser war

Hat mit gewalt das glück uns aus der faust gerissen

Das glück so uns verfolgt und denen gantz und gar

Sich nicht verbinden will die unsers bunds geniessen.

Drumb müssen wir das feld so mit des feindes blut

Wir reichlich durchgenetzt ihm als dem fleger lassen

Und um ein spann-breit erd so wir mit grossem muth

Auffs äusserste behaupt den rückweg endlich fassen.

Wann uns der nachruff nicht unüberwindlich schreibt

Wird uns die ehre doch das lob der braven geben:

Auch überwunden seyn wann die gewalt es treibt

Hat einen sieg bey sich und läst mit ruhme leben.

So steht man unbewegt den großen Wilhelm stehn

Und hertzen mit der macht und menge zu vergleichen

Der tapfre Bojoar läst unerschrocken sehn

Wie man zum grossen werck die tapffre hand muß reichen.

Du auch des vaterlands geweihter trost und lust

Du unerschreckner Carl des grossen Vaters spiegel

Stehst diesen beyden bey mit felsen-gleicher brust

Führst an dein heer und läst der tapfferkeit den zügel.

Dir Hertzog jauchtzt dein volck und deine gegenwart

Zündt glut und feuer an den muthigen soldaten:

Des feindes raserey hingegen stutzt und starrt

Und wird als blöd und feig durch deine helden-thaten.

Daß dein so junges blut so tapffres wesen hegt

Ist was dem feinde selbst unschätzbar scheint zu schätzen

Daß was dein grosser muth ihm als für augen legt

Zwingt ihn daß er dir selbst muß ehren-bogen setzen.

Diß lachet der Jber und läst sein schönes gold

Das er und Tagus zinst mit reichen adern fliessen

Der Belg und Bataver liebt dich und ist dir hold

Der Britten strand erschallt von deinen ehren-grüssen.

Diß ist ein trost für uns! hierdurch wird uns ersetzt

Was uns vorhin betrübt und unsern geist gequälet:

Wir lachen unsers bluts und wie wir seyn verletzt

Dieweil man selbiges zu deinem ruhme zehlet.

Wenn das verhängniß gönnt daß Brennus adler sich

Die ietzt zerstreuet seyn zusammen mögen bringen

Und durch den kühnen flug vereiniget durch dich

Und deine tapfre faust dem feind entgegen schwingen:

So wird es wiederum nach altem ruhme gehn;

(die hoffnung triegt mich nicht) mit kriegen und mit siegen:

Des Brennus nahme wird unüberwindlich stehn

Und was sich feindlich nennt zu dessen füssen liegen.

Diß laß dein werck auch seyn so deinen stamm-baum ziert;

Die wahre weissagung auff dich du zier der Brennen

Gibt mir mein Helicon daß man dich billig wird

Auch nach dem fünfften einst den sechsten Carl benennen!