Auf den 71. erlebten Namens-Tag Jhrer Hoch- Adel. Gestr. Herrn Hauß von Götz und...

By Heinrich Mühlpfort

Kan noch das Capitol das Wunder-Schloß der Welt

Auff seine Tempel bau’n mit Siges-Bogen prangen

Die Pfeiler melden an wo Cronen vor gehangen

Die ein großmühtig Geist wenn er den Feind gefällt

Dem Jupiter geweyht kan aus den Lorber-Zweigen

Ein unverwelckter Ruhm noch bey der Nach-Welt steigen:

Bekrönt den Fabins ein ewiges Gericht

Und muß noch African aus dem Metalle blitzen

Wenn Brutus wil sein Blut vors Vater-Land verspritzen

Wenn Cato standhafft bleibt der Weißheit Bild und Licht:

Lebt der Marcellus noch und blüht in den Gemühtern

Steht des Augustus Bild frey von den Ungewittern

Und stirbt die Tugend nicht wie sie nicht sterben kan;

Veraltert nie ihr Glantz vergehn nie ihre Straalen

Darff unsre Vor-Welt nicht nur tapfre Helden mahlen

Ist auch zu unser Zeit was grosses je gethan

So heist es Schuld und Pflicht daß man erlauchten Seelen

Zum Denckmal Stein und Ertz und Marmel aus-sol hölen.

Denn das ist je gewiß daß eine größre Macht

Gemeinem Heil zu Nutz auch grosse Geister schicket

Dieselben mit Verstand und seltner Weißheit schmücket

Daß vor das Vater-Land ihr munter Auge wacht

Und der Gedancken Ziel nur eintzig dahin gehet

Damit das Regimentin schönster Blüte stehet.

Was aber misch ich viel von frembden Thaten ein?

Zeugt unser Breßlau nicht der Brunnquell der Gesetze

Und Spiegel guter Zucht hierinnen seine Schätze

(wo Staats-erfahrne Leut auch so zu nennen seyn:)

Kan unser

Und sol man es nicht mehr als den Lycurgus preisen?

Rom hat offt seinem Raht viel Säulen auffgericht

Und so der Danckbarkeit Kennzeichen hinterlassen.

Höchstwerthester Patron dergleichen Schluß zu fassen

Ist zwar der Wille da doch das Vollbringen nicht.

Ich kan nicht Mentors Hand nicht Zeuxis Pinsel führen

Die wusten jedes Ding mit Leben außzuzieren.

Ein schlechtes Lorber-Blat das mir Apollo giebt

Mec

Weil aus des Himmels Gunst Er diesen Tag kan grüssen

Der seinen Namen führt und den ein jeder liebt

Als selbst sein eigen Licht; darob die Stadt sich freuet

Weil durch ihr

Zwar wünscht’ ich mir ein Lied das nach dem Himmel

Und Feur und Geister hat die Tugend zubesingen

Samt der Verdinste Preiß den längst auff güldnen Schwingen

Der Nachklang hebt empor und durch die Welt außstreckt

Denn Breßlau nicht allein ein gut Theil deutscher Erden

Muß deß von

Das edle Francken-Land hat uns diß Pfand vertraut;

Auß seinen Zweigen ist der Baum deß Heils entsprossen

Daß wer da Rath gesucht mehr Hülffe hat genossen

Als der auff Dodons Spruch und Rätzel je gebaut.

Der ungesparte Fleiß das eifrige bemühen

Stellt noch das Wachsthum für in dem die Stadt kan blühen.

Man weiß der Sorgen Last die vor der Cammer Nutz

Er lange Zeit geführt und heilsam außgeübet

Die Wetter abgelehnt so offt die Stadt betrübet

Bedrängten Rath geschafft dem Armen seinen Schutz

Unweigerlich ertheilt und ihm ein Lob gestifftet

Das auch der bleiche Neid wie arg er nicht vergifftet.

Es schweigt der Priester nicht noch Kirche noch Altar

Und die Dreyfaltigkeit wird es auch dort belohnen

Daß Gottes Diener hat bequem da können wohnen

Daß seiner Ehre Hauß von neuem Glantze klar.

Und was die milde Hand freygebig außgespendet

Wenn sie noch die Music der Andacht zugewendet.

Für diesem Eyfer sinckt deß Numa Heiligthum

Metellus Götterfurcht ist hir nicht zu vergleichen

Die Heiden müssen nur den wahren Christen weichen

Wie hoch an Trefflichkeit gestigen ist ihr Ruhm.

Doch bleibt der Haupt-Schluß fest daß wer wil wol regiren

Vor aller Menschen Witz muß SOtt in Augen führen.

Der Segen folgt darauff denn wie sein Ehren-Ampt

Asträens Trost und Zier ist immer höher kommen

Biß er der Aelsten Stell im Raht hat eingenommen;

Nicht anders als wenn erst Aurorens Purpur flammt

Und scheinbar grösser wird biß daß die göldne Strahlen

Das blaue Himmels-Zelt auffs prächtigste bemahlen.

So wuchs auch Cicero der Redner Kern zu Rom

Biß ihn Jtalien auff seinen Schultern truge

Zum Bürgermeister-Ampt der gantzen Stadt fürschluge

Die er hernach befencht mit seiner Reden-Strom

Als wie ein fruchtbar Tau den Catilin gedämpfet

Und was noch schwürig war mit treuem Rath bekämpfet.

Bild der Gerechtigkeit Regirer unsrer Stadt

Damit deß Glückes Gunst sich recht vollkommen zeigte

Und allen Uberfluß der Gnaden auff ihn neigte

Die es den sterblichen sonst mit zutheilen hat

Empfahl es Breßlau gar in seine treue Hände

Und heist ihn Sonne sein und nennt sich Sonnen Wende.

Die Schwanen-reine Treu weist der gekrönte Schwan

So auch das Wapen zirt und auff dem Helm die Crone

Sagt wie der Erden Gott der Käiser die belohne

So in verpflichter Treu ihm leben unterthan.

Der Adler in dem Feld lehrt wie Regenten müssen

Recht und Gerechtigkeit als zwey Geschwister küssen

Der Augen Schärffe heist auff Laster strenge seyn

Der Flügel schneller Flug die Fertigkeit zu straffen

Der Klauen Stärcke weist das recht zu schützen Waffen.

Und wie der Adler mehr nah an der Sonnenschein

Nicht immer leben kan er sinckt bißweilen nieder

So kommet auch die Ruh nach Ampts-Geschäfften wider.

Weil heute dieser Tag nun zu der Ruh bestimmt

Der Scheitel heil’ gen Schnee die Ehren-Lilgen krönen

Deß Stammes Ewigkeit auch grünt in beyden Söhnen

Und ob dem werthen Fest das Haus voll Freuden glimmt

So wüntsch ich

Er solches Nahmens-Fest zum offtern noch anblicket.