Auf den 71. erlebten Namens-Tag Jhrer Hoch- Adel. Gestr. Herrn Hauß von Götz und...
Kan noch das Capitol das Wunder-Schloß der Welt
Auff seine Tempel bau’n mit Siges-Bogen prangen
Die Pfeiler melden an wo Cronen vor gehangen
Die ein großmühtig Geist wenn er den Feind gefällt
Dem Jupiter geweyht kan aus den Lorber-Zweigen
Ein unverwelckter Ruhm noch bey der Nach-Welt steigen:
Bekrönt den Fabins ein ewiges Gericht
Und muß noch African aus dem Metalle blitzen
Wenn Brutus wil sein Blut vors Vater-Land verspritzen
Wenn Cato standhafft bleibt der Weißheit Bild und Licht:
Lebt der Marcellus noch und blüht in den Gemühtern
Steht des Augustus Bild frey von den Ungewittern
Und stirbt die Tugend nicht wie sie nicht sterben kan;
Veraltert nie ihr Glantz vergehn nie ihre Straalen
Darff unsre Vor-Welt nicht nur tapfre Helden mahlen
Ist auch zu unser Zeit was grosses je gethan
So heist es Schuld und Pflicht daß man erlauchten Seelen
Zum Denckmal Stein und Ertz und Marmel aus-sol hölen.
Denn das ist je gewiß daß eine größre Macht
Gemeinem Heil zu Nutz auch grosse Geister schicket
Dieselben mit Verstand und seltner Weißheit schmücket
Daß vor das Vater-Land ihr munter Auge wacht
Und der Gedancken Ziel nur eintzig dahin gehet
Damit das Regimentin schönster Blüte stehet.
Was aber misch ich viel von frembden Thaten ein?
Zeugt unser Breßlau nicht der Brunnquell der Gesetze
Und Spiegel guter Zucht hierinnen seine Schätze
(wo Staats-erfahrne Leut auch so zu nennen seyn:)
Kan unser
Und sol man es nicht mehr als den Lycurgus preisen?
Rom hat offt seinem Raht viel Säulen auffgericht
Und so der Danckbarkeit Kennzeichen hinterlassen.
Höchstwerthester Patron dergleichen Schluß zu fassen
Ist zwar der Wille da doch das Vollbringen nicht.
Ich kan nicht Mentors Hand nicht Zeuxis Pinsel führen
Die wusten jedes Ding mit Leben außzuzieren.
Ein schlechtes Lorber-Blat das mir Apollo giebt
Mec
Weil aus des Himmels Gunst Er diesen Tag kan grüssen
Der seinen Namen führt und den ein jeder liebt
Als selbst sein eigen Licht; darob die Stadt sich freuet
Weil durch ihr
Zwar wünscht’ ich mir ein Lied das nach dem Himmel
Und Feur und Geister hat die Tugend zubesingen
Samt der Verdinste Preiß den längst auff güldnen Schwingen
Der Nachklang hebt empor und durch die Welt außstreckt
Denn Breßlau nicht allein ein gut Theil deutscher Erden
Muß deß von
Das edle Francken-Land hat uns diß Pfand vertraut;
Auß seinen Zweigen ist der Baum deß Heils entsprossen
Daß wer da Rath gesucht mehr Hülffe hat genossen
Als der auff Dodons Spruch und Rätzel je gebaut.
Der ungesparte Fleiß das eifrige bemühen
Stellt noch das Wachsthum für in dem die Stadt kan blühen.
Man weiß der Sorgen Last die vor der Cammer Nutz
Er lange Zeit geführt und heilsam außgeübet
Die Wetter abgelehnt so offt die Stadt betrübet
Bedrängten Rath geschafft dem Armen seinen Schutz
Unweigerlich ertheilt und ihm ein Lob gestifftet
Das auch der bleiche Neid wie arg er nicht vergifftet.
Es schweigt der Priester nicht noch Kirche noch Altar
Und die Dreyfaltigkeit wird es auch dort belohnen
Daß Gottes Diener hat bequem da können wohnen
Daß seiner Ehre Hauß von neuem Glantze klar.
Und was die milde Hand freygebig außgespendet
Wenn sie noch die Music der Andacht zugewendet.
Für diesem Eyfer sinckt deß Numa Heiligthum
Metellus Götterfurcht ist hir nicht zu vergleichen
Die Heiden müssen nur den wahren Christen weichen
Wie hoch an Trefflichkeit gestigen ist ihr Ruhm.
Doch bleibt der Haupt-Schluß fest daß wer wil wol regiren
Vor aller Menschen Witz muß SOtt in Augen führen.
Der Segen folgt darauff denn wie sein Ehren-Ampt
Asträens Trost und Zier ist immer höher kommen
Biß er der Aelsten Stell im Raht hat eingenommen;
Nicht anders als wenn erst Aurorens Purpur flammt
Und scheinbar grösser wird biß daß die göldne Strahlen
Das blaue Himmels-Zelt auffs prächtigste bemahlen.
So wuchs auch Cicero der Redner Kern zu Rom
Biß ihn Jtalien auff seinen Schultern truge
Zum Bürgermeister-Ampt der gantzen Stadt fürschluge
Die er hernach befencht mit seiner Reden-Strom
Als wie ein fruchtbar Tau den Catilin gedämpfet
Und was noch schwürig war mit treuem Rath bekämpfet.
Bild der Gerechtigkeit Regirer unsrer Stadt
Damit deß Glückes Gunst sich recht vollkommen zeigte
Und allen Uberfluß der Gnaden auff ihn neigte
Die es den sterblichen sonst mit zutheilen hat
Empfahl es Breßlau gar in seine treue Hände
Und heist ihn Sonne sein und nennt sich Sonnen Wende.
Die Schwanen-reine Treu weist der gekrönte Schwan
So auch das Wapen zirt und auff dem Helm die Crone
Sagt wie der Erden Gott der Käiser die belohne
So in verpflichter Treu ihm leben unterthan.
Der Adler in dem Feld lehrt wie Regenten müssen
Recht und Gerechtigkeit als zwey Geschwister küssen
Der Augen Schärffe heist auff Laster strenge seyn
Der Flügel schneller Flug die Fertigkeit zu straffen
Der Klauen Stärcke weist das recht zu schützen Waffen.
Und wie der Adler mehr nah an der Sonnenschein
Nicht immer leben kan er sinckt bißweilen nieder
So kommet auch die Ruh nach Ampts-Geschäfften wider.
Weil heute dieser Tag nun zu der Ruh bestimmt
Der Scheitel heil’ gen Schnee die Ehren-Lilgen krönen
Deß Stammes Ewigkeit auch grünt in beyden Söhnen
Und ob dem werthen Fest das Haus voll Freuden glimmt
So wüntsch ich
Er solches Nahmens-Fest zum offtern noch anblicket.