Auf den Gebuhrts-Tag seiner verlobten Julien.

By Johann Georg Gressel

Laß Julia dis Blat zu deinen Händen dringen

Weil heute meine Lust und dein Vergnügen lacht:

Dem Lichte muß mein Geist ein frohes Opffer bringen

An welchen die Natur dich auf die Welt gebracht.

O höchstbeglückter Tag! du hast ein Meister-Stücke

Und meiner Wünsche-Ziel zum ersten angestrahlt

Der Himmel schickt durch dich mir seine Gnaden-Blicke

Da

Heut’ ist der frohe Tag! es lachet mein Vergnügen

Heut’ ist dein zartes Bild von der Natur geprägt

Die holden

So bald

So offte nun der Tag dis heute Wiederkommen

So vielmahls sah man dich recht mit Erstaunen an

Wie deines Leibes-Schmuck so häuffig zugenommen

Und wie sich der Verstand so braff hervorgethan.

Ich selber weiß die Lust nicht gnugsahm auszusprechen

Die mir der süsse Tag verschiedne mahl geschenckt

Die frohe Zunge will aus ihren Schrancken brechen

Sie zeigt die Freude an womit das Hertz umschränckt.

Kein Balsam findet sich der so das Hertz erquicket

Kein weisser Perlen-Thau labt mehr das dürre Feld

Als mich mein Engels-Kind dein Lippen-Most beglücket

Wenn in erwünschter Lust mein Geist da Tafel hält.

Hat schon der Schönheit-Pracht das Hertze mir gerühret

Und ists der erste Zweck daß ich dich auserkießt!

Doch zeigt das Tugend Gold so deine Seele zieret

Daß du mein Engels-Bild recht über irrdisch bist.

Und wenn die Tugend erst den Zunder angeleget

Da deine Rose sich in ersten Knospen wieß

So ist doch diese Gluht in mir noch mehr erreget

Als sich mit voller Pracht ihr Sammtes Haupt ausließ.

Das Sehnen quählet mich die Lüste zugeniessen

Die mir das falsche Glück noch unvollkommen schenckt

Ich wünsche etwas mehr als den Corall zu küssen

Wenn sich mein heisser Mund zu deinen Lippen lenckt.

Gar offte pflegt mein Sinn das Schicksahl anzuklagen

Daß ich um deinen Schatz so lange seuffzen muß.

Die keusche Liebes-Brunst vermehret meine Plagen

Das süsse Hoffen zeugt mir schmertzlichen Verdruß.

Wie aber soll das Licht so mir das Leben giebet

In meinen Hertzen seyn ein trauriger

Ach nein! der Himmel selbst der reine Liebe liebet

Reicht vor das Sorgen Brodt ein liebliches

So lebe dann vergnügt du Auszug aller Gaben

Lach wenn ein

Mich soll dein Zucker-Mund inzwischen kräfftig laben

Bis uns Beständigkeit mit