Auf den im vorigen seculo der Chri- stenheit von den Türcken angedroh- ten unter...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Schlag muthig los, du flammen-reiche lufft!

Wilst du der wuth verwegner hunde schonen?

Schmeiß diesen schwarm in eine finstre klufft,

Wo drachen-brut und basilisken wohnen.

Zerschmettre doch sein scharffes mord-gewehr,

Daß von dem blut erschlagner Christen schäumet!

Es ist ja sonst dem donner nicht zu schwer,

Daß er die welt mit seinem brüllen zäumet.

Bewegt dich nicht ein banges angst-geschrey,

Das unser mund mit schrecken von sich bläset?

Indem der feind aus grimm und raferey

Das feste schwerd uns in die seite stöset.

Ach siehe doch der waffen tollheit an!

Jhr kuhner stich ist wie ein biß der schlangen.

Was furien und tieger nicht gethan,

Das haben sie auf einen tag begangen.

Versluchtes bley! das der canonen krafft

Mit lichtem dampff bis an die wolcken spielet.

Verdammtes heer! das in dem rothen safft

Von unserm blut die schwartzen brüste kühlet!

Wer bläset euch denn solchen frevel ein,

Ein frommes volck mit feuer auszurotten?

Soll dieses denn die helden-probe seyn,

Als ihr vermeynt den himmel zu verspotten?

Jtzt schweiget GOtt zu eurer bosheit still;

Doch wird es wol einmal gewiß geschehen.

Denn müsset ihr, es komme wie es will,

Des adlers macht in eurem lande sehen.