Auf den nahmens-tag herrn J. W.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Geehrter dieser schein der heute dich beglücket

Strahlt unser hertzen auch mit frischen blicken an

Und zeuget wie die lust die deine brust entzücket

Auch freunde durch den glantz zugleich entflammen kan

Wir fühlen jeden kuß den dir der himmel reichet

Wir schmecken auch den safft beperlter liebligkeit

Und lernen da er dich mit bisam überstreichet

Daß seine gunst auf uns canarizucker streut.

So nim denn werther hin was unsre freude zollet

Ein farben-armes blat das kein zinober deckt

Das unser aller hertz in einen zedel rollet

Und mehr nach redligkeit als bunten pinseln schmeckt.

Der himmel kräntze dich mit grünen anmuths-zweigen

Und schliesse deine lust begnügten armen ein;

Er lasse steten ruhm aus deiner feder steigen

Und dein bepalmtes lob der ehren wurtzel seyn.

Biß wenn dir alles wird mit vollen strömen fliessen

Und süden west und nord in tuberrosen stehn

Wir endlich deinen fleiß durch quellendes versüssen

In lorbeer-reicher pracht und tausend knospen sehn.