Auf der Durchl. Fürstin und Fr. Frauen Eleonoren Charlotten gebohrner und vermäh...
So sag’ ich diß geschicht
Du Wunder dieser Welt du Pallas unsrer Zeit
Du Perle meiner Lust Bild der Vollkommenheit
Du vierdte Gratie und mehr als andre Flore
Nur eintzig dir zum Ruhm weil deine Göttlichkeit
So wol der Erden Rund als Sternen-Kreiß erfreut.
Dein erster Ursprung ist ja von dem Himmel kommen
Dein Himmel-hoher Geist hengt gleicher Regung nach.
Erlauchte Seelen ziehn in kein gemeines Dach
Es wird der beste Zeug zu ihrem Hauß genommen.
Die Sterne stimmten bald durch ihren Einfluß bey
Daß die
Charlotte liebste Seel' mein einig Hertz und Leben
Dein hoher Fürsten Stamm den Auff- und Untergang
In tieffer Demuth ehrt und den der Nach-Welt Klang
Bey Süden und bey Nord nach Würden wird erheben
Hüllt’ in der Wiege zwar dich schon in Purpur ein;
Doch muste Tugend da die treuest’ Amme seyn.
Du Himmel-werthes Pfand zu Nutz der Welt gelihen
Minerva legte dich behäglich an die Brust
Die keusche Musen-Schaar sah’ ihre Hertzens Lust
Als ein neu Helikon umb dich fing an zublühen;
Der Sinnen Trefligkeit der himmlische Verstand
Bezeugte daß dein Geist nur Göttern sey verwand.
Apollo wich vom Thron in Gold-beflammten Haaren
Und hieng sein Lauten Spiel an einen Lorber-Baum’
Er rief ihr Clarien macht dieser
Sie wird als
Sie ist es die euch schenckt aufs neue Seel’ und Geist
Und unter ihrem Schirm vergnüget wohnen heist
Der Außgang krönt die That.
Den Kreiß der Wissenschafft den Circkel dieser Welt
Nichts ist so tief versteckt nichts ist so hoch gestellt
Nichts wird manch kluger Kopff in der Erfindung zeigen
Das ihre Fähigkeit nicht zu entscheiden weiß
Und Wercke voller Witz belohnt mit Danck und Preiß.
Was aber zünd ich doch
Bey einem hellen Tag der Sonnen Fackeln an?
Ach Leit-Stern meiner Ruh mit dem ists nicht gethan
Was gleich Apollo singt mit seinem gantzen Chore.
Nein; viel ein stärcker Zug und Würckung aus der Höh
Erfordert daß ich heut dein Freuden-Fest begeh?
Es wil die Liebe selbst mir Hand und Feder leiten
Und die Einträchtigkeit hat ein Altar gebaut
Wo man mein Hertze gleich der Kertzen brennen schaut
Und ich
Mein Alles auff der Welt mein irrdisch Himmel-Reich
Was bring ich weiter noch das deiner Hoheit gleich?
Ich weiß
So hat die Livia nie den August geliebt
Und ob Alcestens Treu die Welt ein Zeugnüß gibt;
Ob Artemisia die Asche rafft zusammen.
So weicht
Wie schön der Nach-Ruhm auch die Ehren Palmen flicht.
Es überschwemmet mich ein gantzes Meer der Freuden
Ich lend’ itzt an den Port der guten Hoffnung an;
Wer ist der Regungen in Ketten halt
So lange Fleisch und Blut wird unsern Leib bekleiden
So sind doch Freud und Leid ein Spornen-Streich im Blut
Das nach Begeben heit wol oder übel thut.
Ach ziehmt’ es diesen Tag Hochwerthst’
Die Unruh in der Welt vernünfftig anzuschaun
Wie nichts auff Eyd und Pflicht ist ferner mehr zutraun
Da auch der Unterthan spinnt Faden zu dem Flore
Bedenckt nicht was er thut des Landes Treu vergist
Und nach der Zeiten Lauff nur seinen Zustand mißt.
Wiewol den Helden Muht die hocherlauchten Sinnen
Charlotte schrecket nicht ein harter Donnerschlag.
Die unumbschrieb’ne Macht so alles noch vermag
Wird auch die Ober-Hand in diesem Sturm gewinnen.
Wenn itzt deß Himmels Burg von schwartzen Wettern kracht
So hat in kurtzer Zeit die Sonne drauff gelacht.
Das gantze Teutsche Reich rühmt die Beständigkeiten
Gott und dem Käiser treu verdint den grösten Ruhm
Der Würtenberger Stamm bleibt doch der Helden Bluhm
Und kan sich mit dem Lauff der Sonnen gleich außbreiten.
Es blühe dieses Hauß das viel Achilles zeigt
Viel Nestor derer Lob die Nach-Welt nicht verschweigt.
Mein Engel meine Seel’ und Außzug voller Freuden
Charlotte schwärtz ich denn mit Kummer dieses Licht?
Erlauchte Fürsten-Sonn’ erhelle dein Gesicht
An dessen Blicken ich mich eintzig nur kan weiden.
Wilst du Aurora seyn so bin ich Memnons Bild
Das deiner Strahlen Glantz mit Lauten-Klang erfüllt.
Du solst Aspasia in meinem Hertzen bleiben
Es müsse doch dein Fuß auff nichts als Rosen gehn
Deß Glückes milde Gunst zu deinen Diensten stehn
Die Sternen ihre Hold dir Sternen-Kind verschreiben
So daß
Und unser Wolfahrts-Baum das gantze Land erfreu.
Es hat das Alterthum Pracht-Tempel angebauet
Und seiner Obrigkeit Geburts-Tag hochgeschätzt.
Das Denckmahl das dir hier mein Schatz dein Fürst auffsetzt
Ist daß man stets dein Bild in seinem Hertzen schauet
Bey dem der Unterthan wil opffern Leib und Geist
Und dich mit höchstem Recht deß Landes Göttin heist.