Auf der Durchl. Fürstin und Fr. Frauen Eleonoren Charlotten gebohrner und vermäh...

By Heinrich Mühlpfort

So sag’ ich diß geschicht

Du Wunder dieser Welt du Pallas unsrer Zeit

Du Perle meiner Lust Bild der Vollkommenheit

Du vierdte Gratie und mehr als andre Flore

Nur eintzig dir zum Ruhm weil deine Göttlichkeit

So wol der Erden Rund als Sternen-Kreiß erfreut.

Dein erster Ursprung ist ja von dem Himmel kommen

Dein Himmel-hoher Geist hengt gleicher Regung nach.

Erlauchte Seelen ziehn in kein gemeines Dach

Es wird der beste Zeug zu ihrem Hauß genommen.

Die Sterne stimmten bald durch ihren Einfluß bey

Daß die

Charlotte liebste Seel' mein einig Hertz und Leben

Dein hoher Fürsten Stamm den Auff- und Untergang

In tieffer Demuth ehrt und den der Nach-Welt Klang

Bey Süden und bey Nord nach Würden wird erheben

Hüllt’ in der Wiege zwar dich schon in Purpur ein;

Doch muste Tugend da die treuest’ Amme seyn.

Du Himmel-werthes Pfand zu Nutz der Welt gelihen

Minerva legte dich behäglich an die Brust

Die keusche Musen-Schaar sah’ ihre Hertzens Lust

Als ein neu Helikon umb dich fing an zublühen;

Der Sinnen Trefligkeit der himmlische Verstand

Bezeugte daß dein Geist nur Göttern sey verwand.

Apollo wich vom Thron in Gold-beflammten Haaren

Und hieng sein Lauten Spiel an einen Lorber-Baum’

Er rief ihr Clarien macht dieser

Sie wird als

Sie ist es die euch schenckt aufs neue Seel’ und Geist

Und unter ihrem Schirm vergnüget wohnen heist

Der Außgang krönt die That.

Den Kreiß der Wissenschafft den Circkel dieser Welt

Nichts ist so tief versteckt nichts ist so hoch gestellt

Nichts wird manch kluger Kopff in der Erfindung zeigen

Das ihre Fähigkeit nicht zu entscheiden weiß

Und Wercke voller Witz belohnt mit Danck und Preiß.

Was aber zünd ich doch

Bey einem hellen Tag der Sonnen Fackeln an?

Ach Leit-Stern meiner Ruh mit dem ists nicht gethan

Was gleich Apollo singt mit seinem gantzen Chore.

Nein; viel ein stärcker Zug und Würckung aus der Höh

Erfordert daß ich heut dein Freuden-Fest begeh?

Es wil die Liebe selbst mir Hand und Feder leiten

Und die Einträchtigkeit hat ein Altar gebaut

Wo man mein Hertze gleich der Kertzen brennen schaut

Und ich

Mein Alles auff der Welt mein irrdisch Himmel-Reich

Was bring ich weiter noch das deiner Hoheit gleich?

Ich weiß

So hat die Livia nie den August geliebt

Und ob Alcestens Treu die Welt ein Zeugnüß gibt;

Ob Artemisia die Asche rafft zusammen.

So weicht

Wie schön der Nach-Ruhm auch die Ehren Palmen flicht.

Es überschwemmet mich ein gantzes Meer der Freuden

Ich lend’ itzt an den Port der guten Hoffnung an;

Wer ist der Regungen in Ketten halt

So lange Fleisch und Blut wird unsern Leib bekleiden

So sind doch Freud und Leid ein Spornen-Streich im Blut

Das nach Begeben heit wol oder übel thut.

Ach ziehmt’ es diesen Tag Hochwerthst’

Die Unruh in der Welt vernünfftig anzuschaun

Wie nichts auff Eyd und Pflicht ist ferner mehr zutraun

Da auch der Unterthan spinnt Faden zu dem Flore

Bedenckt nicht was er thut des Landes Treu vergist

Und nach der Zeiten Lauff nur seinen Zustand mißt.

Wiewol den Helden Muht die hocherlauchten Sinnen

Charlotte schrecket nicht ein harter Donnerschlag.

Die unumbschrieb’ne Macht so alles noch vermag

Wird auch die Ober-Hand in diesem Sturm gewinnen.

Wenn itzt deß Himmels Burg von schwartzen Wettern kracht

So hat in kurtzer Zeit die Sonne drauff gelacht.

Das gantze Teutsche Reich rühmt die Beständigkeiten

Gott und dem Käiser treu verdint den grösten Ruhm

Der Würtenberger Stamm bleibt doch der Helden Bluhm

Und kan sich mit dem Lauff der Sonnen gleich außbreiten.

Es blühe dieses Hauß das viel Achilles zeigt

Viel Nestor derer Lob die Nach-Welt nicht verschweigt.

Mein Engel meine Seel’ und Außzug voller Freuden

Charlotte schwärtz ich denn mit Kummer dieses Licht?

Erlauchte Fürsten-Sonn’ erhelle dein Gesicht

An dessen Blicken ich mich eintzig nur kan weiden.

Wilst du Aurora seyn so bin ich Memnons Bild

Das deiner Strahlen Glantz mit Lauten-Klang erfüllt.

Du solst Aspasia in meinem Hertzen bleiben

Es müsse doch dein Fuß auff nichts als Rosen gehn

Deß Glückes milde Gunst zu deinen Diensten stehn

Die Sternen ihre Hold dir Sternen-Kind verschreiben

So daß

Und unser Wolfahrts-Baum das gantze Land erfreu.

Es hat das Alterthum Pracht-Tempel angebauet

Und seiner Obrigkeit Geburts-Tag hochgeschätzt.

Das Denckmahl das dir hier mein Schatz dein Fürst auffsetzt

Ist daß man stets dein Bild in seinem Hertzen schauet

Bey dem der Unterthan wil opffern Leib und Geist

Und dich mit höchstem Recht deß Landes Göttin heist.