Auf der Heimfahrt

By Paul Heyse

Written 1872-01-01 - 1872-01-01

Es steht ein Haus im Garten,

Kühl an ein Wäldchen angelehnt.

Auf allen meinen Fahrten

Hab' ich nach ihm mich heimgesehnt.

Wie süß erklang

Dort Vogelsang,

Wie lachten Blumen ringsumher!

Wie ging's im Lauf

Die Stieg hinauf –

Nun graut mir vor der Wiederkehr.

Im Haus da ist ein Zimmer,

So luftig hoch, so blank und rein.

Was nur an Sonnenschimmer

Ums Häuschen streifte, drang hinein.

Wie lustig klang

Dort Kindersang,

Kein Winkel war von Spielen leer;

Dort fand ich Rast

Nach Tageslast –

Nun öffn' ich seine Tür nicht mehr.

Im Haus erklang ein Name

Von allen Lippen fort und fort,

Der hatte wundersame

Gewalt, schier wie ein Zauberwort.

Auf jedem Mund

Ein Lächeln stund,

Als ob's des Frühlings Name wär' –

Jetzt geht er stumm

Gespenstig um,

Und wer ihn ausspricht, lacht nicht mehr.