Auf die Abwesenheit der Liebsten.
Ich kan nicht deine Augen küssen
Und dir ist jetzt mein Mund versagt.
Ach Schatz daß wir so lieben müssen
Hab ich dem Himmel offt geklagt.
Umbsonst er zeigt nur Donnerblicke
Und stößt den heissen Wunsch zurücke.
Ich will dich zwar im Hertzen tragen
So lange mich die Erde trägt.
Mein Geist soll deine Seele fragen
Ob sie noch gleichen Zunder hägt.
Du lebst und schwebst mir in Gedancken
Doch nicht in eines Landes Schrancken.
Gefangne hoffen frey zu werden
Ich hoffe dich nicht mehr zu sehn.
Der Wind kan jetzt in frembder Erden
Mir deine Seuffzer nicht zuwehn;
Und dennoch baut der Liebe Stärcke
Jm Hertzen grosse Wunderwercke.
Wenn mich der Schlaf nur eingewieget;
(wo auch die Liebe schlaffen läst.)
Hat sich ein Both im Traum verfüget
Der spricht die
Sie liebt und schickt dir dieses Schreiben
Und will auf ewig deine bleiben.
Bald seh ich sie vorm Spiegel stehen
Wie sie das Haar zu Felde schlägt;
Bald mit beliebten Tritten gehen;
Bald wie sie sich zu Bette legt
Und meine treue Lieder singet
Biß sie der müde Schlaf bezwinget.
Ach denck ich solt ich bey dir ligen
Sollt ich den süß-bethauten Mund
Mit einem solchen Kuß vergnügen
Der nur den Treu-verliebten kund
So würd ich mich vergöttert nennen
Und keine Sterblichkeit mehr kennen.
Ich wiederhole jene Zeiten
Da ich umb deinen Halß geschränckt
Und mehr als tausend Lieblichkeiten
Mich mit dem Nectar-Safft getränckt
Der Lipp’und Brüste holde Gaben
Vermögen noch mein Hertz’ zu laben.
So offt der West den Flor erhebet
Der deine Lilgen Brüste deckt
So dencke daß mein Geist da schwebet
Daß mein Hertz unter deinem steckt.
Wie dieser zarte Schneevoll Flammen
Wie Gluth und Blut sich fügt zusammen.
Kommt wo ein Jungfern-Bild gegangen
Das Wunder-holde Schönheit ziert.
Erkenn ich daß der Liebsten Wangen
Allein der Lorbeer-Krantz gebührt.
Mein Spiegel-Glaß sind schöne Frauen
Worinn ich
Ich schmecke noch die Zucker Küsse
Die mir dein Mund hat eingeflöst.
Ich fühle noch die linden Bisse;
Wenn Seel und Seel sich hat getröst.
Ich greiffe noch die weichen Hände
Und bin empfindlich biß ans Ende.
Ja
Die Faulnüß und der Schimmel frist
Wenn auff dem kalten Grabe-Steine
Ein Wandrer meinen Hintritt liest
So wird man
Und dein Gedächtnüß heilig ehren.
Ich küß jetzt zwar nicht Aug und Wangen
Ich schlaffe nicht auf deiner Brust.
Doch du bist einzig mein Verlangen
Und höchsterwünschte Seelen-Lust.
Noch Zeit noch Ort bricht meine Liebe
Die ich an
Nimm dieses Lied zum klaren Zeichen
Das gantz von Liebes-Flammen brennt.
Das nich von deiner Hold kan weichen
Obschon der Tod die Geister trennt;
So wird doch in Elyser Wiesen
Die