Auf die crönung des Römischen Königes Josephi.
Auff! auff bereite dich du gantzes rund der erden
Vom auf- zum niedergang von süd biß mitternacht
Laß unsern Könige laß unsern Joseph werden
Was ihn zwar grösser nicht doch ausgezierter macht.
Gib fernes Peru gold aus deinen reichen klüfften
Die GOtt und glück geschenckt dem stamm von Oesterreich;
Daraus vor Josephs haupt die crone selbst zu stifften
Der auff der gantzen welt ist keiner crone gleich.
Du fremdes Decan must ihm diamanten schicken
An deren werth nicht reicht Florentz dein wunder-stein
Damit der cronen gold so herrlich auszuschmücken
Daß selbst der sonnen glantz nicht gläntzender kan seyn.
Verbrandtes morgenland treib an die braune Mohren
Laß weisse perlen hol’n aus deiner grünen fluth
Zu dieses königs schmuck hat die natur erkohren
Was berg und wellen führn als ihr kostbarstes gut.
Laß weites Mexico dein coxenil ersetzen
Wann Tyrus purpur nicht den mantel röthet an;
Doch nein wir wollen ihn mit eignem blute netzen
Weil diß die teutsche treu noch mehr beweisen kan.
Ceilon beut helffenbein das rothe meer corallen
Den marmor Welschland an zu seines thrones stand;
Doch sind ihm mehr gerecht die Zemblischen crystallen
Die zwar nur eiß doch eiß das ewig wird genannt.
Wolan dann wann er gläntzt in königlichem wesen
Das selbst nachs Höchsten wort was göttlichs in sich hält
So soll ihm unser hertz zum altar sein erlesen
Vor dem getreue brunst auff ihre knie fällt.
Wir wollen vor sein heyl unlöschbar feuer weihen
Das schönre kohlen nährt als selbst der sternen licht
In dieses wollen wir so häuffig weyrauch streuen
Daß kaum der sonnen glantz durch seine wolcken bricht.
Du bist glückseeliges Arabien erkohrn
Daß dieser grosse fürst solch rauchwerck von dir nimt.
Denn weil das glück sich selbst zu seinem heyl verschworen
Muß auch was glücklichs seyn das ihm zum opffer glimmt.
Wir wünschen nur indeß mit niedrigen geberden
Daß unser teutscher held sey seinen Teutschen hold
So liebet unser geist so ehren wir auff erden
Nichts eifriger als ihn nechst GOtt und Leopold.