Auf die H. u. H. eheliche Verbindung den 14. Julii 1676. in eines andern Namen.

By Heinrich Mühlpfort

Es thürmte sich ein Berg in Cypris Insel auf

Den längst das Alterthum der Venus hat geweihet

Und den die Anmuth selbst mit Rosen überstreuet

Es nahm ein grosses Volck zu diesem seinen Lauff

Theils umb die Heiligkeit der Göttin zu versöhnen

Theils auch aus Schuld und Pflicht ihr Lust-Altar zu krönen.

Des Himmels Meister-Stück das liebliche Geschlecht

Das schöne Jungfern-Volck dem zu der Männer Leben

Der kleine Liebes-Gott die Schlüssel hat gegeben

War wachsam daß niemand unreines Opffer brächt

Und ihrer Ampeln Glut mit falschem Oel entzündte

Als daß zu steter Treu ein ewig Schwur verbindte.

Viel klagten ihre Noth und zogen jener Zeit

Verblaßte Buhler an wie Dido sich erstochen

Und Sappho von dem Fels den kühnen Hals gebrochen

Leandern in der Flut sein Ende war bereit;

Adon den Venus gar dem Himmel fürgesetzet

Durch ein ergrimmtes Schwein im Walde ward verletzet.

Theils stunden murmelnde und wolten ihr Gesicht

Von Schaam und Furcht bestrickt nicht zu der Göttin heben:

Die schalt ihr Einsamkeit und Kummer-volles Leben;

Ein’ andre; daß der Lieb oft der Verstand gebricht

Und das der heute küßt offt morgen nicht mehr grüsset

Und bey geschworner Treu man den Bestand vermisset.

Viel seufftzten daß sie viel auf Worte nur getraut

Da doch der Männer Schwur ein Spiel der leichten Winde:

Die weinten daß die Zeit und Schönheit bald verschwinde

Und daß auf schlipffrig Eiß man in dem Lieben baut:

Noch andre wolten gar des Lebens Rest verdammen

In dem Cupido sie nicht einmal fügt zusammen.

Dione derer Thron mit Herrligkeit umzirckt

Und von Jeßminen-Oel und Balsam angefeuchtet

Sah’ wie die Morgenröth’ im ersten Purpur leuchtet:

Es schien ihr güldnes Kleid von Sternen gantz durchwürckt

Und als deß Scepters Stab sie dreymahl kräfftig rührte

Vernahm man ohngefehr die Worte so sie führte:

Ich Göttin der das Reich der vier-getheilten Welt

Muß unterthänig seyn; die Götter kan bezwingen

Und Hertzen von Metall in meine Dienste bringen

Der selbst der Donner-Gott gebückt zu Fusse fällt

Will meines Reiches Macht auf heute noch erweitern

Es soll nicht bloß allhier sich meine Sonn’ erheitern.

Da wo sie Schlesien mit seinen Bergen spitzt

Soll meine Wunder-Krafft noch ihren Zweck erreichen;

Es muß dem werthen Ort auch dieser Tempel weichen:

Vergebens habt ihr mir mein Heiligthum erhitzt

Durch vieler Lichter Reich’ der Weyrauch so mir brennet

Wird nur in Schlesien in reinster Glut erkennet.

Auf meine Gratien! auf Freude Schertz und Spiel!

Spannt meine Schwanen an, ich lasse Berg’ und Höhen

Bloß auf ein

Das ich mit reiner Wonn’ und Lust beblümen will.

Die Rosen heisser Brunst die Treu-gefüllten Nelcken

Die sollen auf der Brust

Mich hat zu erst ein

Durch meiner Muschel Schiff auß Thetis Schoß erhoben

So muß ich noch ein

Nicht Eryx nur allein und Amathunt hält Glut;

Es wird auch

Und wie ich Flammen kan in seine Zimmer jagen.

Diß ist mein Zeit-Vertreib daß ich der

Auf

Und mit erhabner Pracht zu Bergen sich gesellen:

Ja wo ich Königin der Liebe geh’ und steh

Blühn unter meinem Fuß der Wollust Tuberosen

Und meine Hand allein schenckt die Vergnügungs-Rosen.

Sie schloß und rief alsbald dem Braut-Gott Hymen zu:

Du sihst ein edles Paar zu meinen Füssen liegen;

Frolocke daß mein Reich von so viel tausend Siegen

Noch immer grösser wird und weil nur Fried und Ruh

Mein Haupt Gesetze bleibt: So dopple deine Brände

Verknüpff’ in gleiches Band der beyden Seel’ und Hände.

Uhrplötzlich sahe man die nackte Flügel-Schaar

Leicht-sinnig von Gestalt und flüchtig einher treten

Sie trugen Myrten-Laub und frische Rosen-Ketten

Mit welchen sie verknüpfft das angenehme Paar,

Ja selbst die

War mühsam in ihr Garn diß

Cupido rief erfreut: Wo

Da pflegt die Fruchtbarkeit sonst wesentlich zu wohnen;

Lebt itzt vergnügte zwey bey euren Tugend-Kronen

Und füllet wie ihr solt den Bau der grossen Welt:

So viel als Blumen sind auf

So viel sol Segen auch umb euer Eh-Bett stehen.