Auf die hochzeit Hn. C. B. mit jungfer M. E. W.
Djr wünsch' ich werther freund mehr freudenreiche stunden;
Als anmuths-rosen auf derselben wangen steh’n
Die durch des himmels trieb sich deiner hand verbunden
Und will o schöne nacht! mit dir zu bette geh’n;
Dir wünsch ich einen may voll lieblicher jeßminen
Die keine zeit verdirbt und immerwährend grünen.
Mir aber wünsch ich glut und flammenreiche sinnen
Ein blat mit amber-rauch und bisam-öl benetzt;
Und einen kiel daraus Budorgis reden rinnen
Damit der fremde reim einheimschen gleich geschätzt
Von dir geehrter freund mit frölichen geberden
Bey deinem freuden-fest kan durchgelesen werden.
Es stund mir dazumahl ein feld der freuden offen
Ich weiß nicht wie ich dich dasselbe mahl empfieng;
Als ich dich reisenden zum ersten angetroffen
Da deiner künste schiff gefüll’t zu hause gieng
Und du aus Preussen schon mit dem zurücke kommen
Was ich mir in der Marck zu holen vorgenommen.
Der inhalt dessen war: (so viel ich noch gedencke)
Willkommen liebster freund der musen schönste zier;
Du kommst vom Helicon wohin ich mich erst lencke
Der Höchste leite dich und sey zugleich mit mir:
Er lasse dich zu hauß in steten freuden schweben
Und mir von deinem thun viel gute nachricht geben.