Auf die unaufhörliche Gottes- und Tugend-Liebe
By Catharina Regina von Greiffenberg
Written 1647-01-01 - 1647-01-01
Wann Aethna Speiß-beraubt aufhörete zu brennen;
das schwallend-wallend Meer ließ den beschwemten Grund;
wann Thetis-Wohnplatz wo jetzt Adler schweben stund;
wann man vor Wellen nicht die Alpen mehr wird kennen;
wann sich der kleine Beer vom Angelstern würd trennen
nach dem des Eisens Ziel zu wenden sich begunnt;
wann alles Wechsel trieb' im Wunder bunten Rund:
So bleibt doch meine Treu im Himmel-stäten rennen.
Der Geist so Himmlisch ist folgt seinem Vrsprung-Trieb:
es mag vergänglichkeit so bald sie will vergehen.
Dann Ewig gleich wie Er bleibt seine Frucht die Lieb.
Kein Irdischheit sich darff zu dämpffen unterstehen
was Tugend in den Bund mit Ewigkeit verschrieb.
Die Welt wird diesen nie wie Er sie brechen sehen.