Auf die unverhinderliche Art der Edlen Dicht-Kunst

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Trutz daß man mir verwehr des Himmels milde Gaben

den unsichtbaren Strahl die schallend' Heimligkeit

das Englisch Menschenwerk; das in und nach der Zeit

wann alles aus wird seyn allein bestand wird haben

das mit der Ewigkeit wird in die wette traben

die Geistreich wunder-Lust der Dunkelung befreyt;

die Sonn' in Mitternacht die Strahlen von sich streut

die man Welt-unverwehrt in allem Stand kan haben.

Diß einig' ist mir frey da ich sonst schier Leibeigen

aus übermachter Macht des Vngelücks muß seyn.

Es will auch hier mein Geist in dieser Freyheit zeigen

was ich beginnen wurd' im fall ich mein allein:

daß ich O Gott dein' Ehr vor alles würd' erheben.

Gieb Freyheit mir so will ich Ewigs Lob dir geben.