Auf die Viola di Gamba

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Welch unbewuste Traurigkeit

Will meiner Seelen Ruhe stöhren?

Was hemmt mir die Zufriedenheit?

Kom süsse Gamba laß dich hören

Du bleibest mir ein ander Davids-Spiel

Durch dessen Klang ein Feind der Ruhe fiel.

Du singest mir von Anmuth vor

Dein Nachklangt redet von Vergnügen.

Dein zarter Thon dringt durch das Ohr

Das Hertz in den Besitz zu kriegen

Da breitet sich dein lieblichs Sausen aus

Und jagt den Sturm der trüben Wolken raus.

So machst du mir das Wetter schön

Du unvergleichliches Ergetzen.

Nun hör' ich deine Säyten gehn

Die in der Höh' und Tieffe letzen.

Die Gratien sind gantz gewiß in dir

Und sprechen so durch deine Gunst mit mir.

Dein Strich der starck und wieder zart

Ist so ein Wechsel der entzücket.

Kurtz alles hat der Tugend-Art

Die herrlich aber still erqvicket.

Dein sanffter Thon macht keinen Menschen wild.

Der Würckung nach bist du der Tugend-Bild.

Drum ehret dich ein edles Hertz

Das der Begierden Macht nicht treibet.

Ein feiner Geist liebt deinen Schertz

Wovon ein Dumm- und Wilder bleibet.

Ach stille still' ein solcher ist nicht wehrt

Daß so ein Klang durch seine Sinnen fährt.

So komm mein wehrter Zeit-Vertreib

Der mir den Unmuth kan versingen.

Ein ander lieb' ein geiles Weib

Du kanst mir mehre Freude bringen

Denn deine Lust ist nach des Himmels-Sinn

Und bleibt mein Schatz so lang ich ledig bin.

Nach aller Arbeit wird mein Geist

Von dir mit neuer Krafft berühret.

Wenn mich das Glück mit Anmuth speis't

So wird auch deine Lust verspühret.

Bin ich betrübt und komme denn zu dir

So spielest du mir was beweglichs für.

Getreuer Freund drum lieb ich dich

Und will dich in die Armen faßen

Drum öffnen meine Schenckel sich

Ein solch Vergnügen nicht zu lassen.

Ich halte dich; bin ich nur wohlgemuth

So klingest du mir noch einmahl so gut.

Nimm diesen Strich zu guter letzt.

Du ungemeines Spiel der Säyten.

Kein Spiel das sonsten auch ergetzt

Weiß deinen Vorzug zu bestreiten.

Die Sorgen fliehn mein Wünschen stellt sich ein

Kein Schatz der Welt geht über frölich seyn.