Auf eben dieselbige

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Nicht nur in Noht und Tod auch wesentlich im Mund

gibt sich mein Liebster mir mit Süssigkeit zufühlen.

Sein Lieb-erhitztes Blut solt meine Herz-Hitz stillen.

Ich küss' und iss' ihn gar vor Lieb' in meinen Schlund.

Nicht näher er sich ja mit mir vermählen kund.

Er gibt sein eignes Herz mir meine Gier zu stillen:

vermacht sich uns selbselbst in seinem letzten Willen

der auch sein Erster war noch vor der Erden Grund.

Ach schick ein Flammen-Heer die Andacht zuentzünden.

Der Herz-Bereiter komm dein Geist mach dir die Bahn:

er schick die Tugenden als Seelen-Zier voran

auf daß du kanst dein Haus rein und bereitet finden.

Gott der du dich mir gibst! gib daß ich würdiglich

und daß mit deiner Gnad' ich könn' entfahen dich.