Auf einen ungereimt-beförderten. E. G.
Wje wunderlich spielt doch das glücke,
Mit denen, die es fördern soll!
Der Corydon geht an der krücke;
Und dennoch klinget alles wohl:
Witz, klugheit und verstand sind alle lahm geschossen;
Doch helffen ihm die narren-possen.
Wie wunderlich spielt doch das glücke!
Jhr leutgen! seht ihn nur recht an!
Wo doch das herrliche geschicke,
Das seinen rang verdienen kan;
Ich weiß, ihr könnet nichts, als diese wörter, sagen:
Den hat das glück empor getragen.
Wie wunderlich spielt das gelücke!
Allein, verzeiht mir! irrt euch nicht!
Der Corydon hat eine ficke,
Wo niemahls saltz und schmaltz gebricht.
Wer diese sachen kan in seinen beutel suchen,
Der kan des glückes macht verfluchen.
Allein, wie spielt doch da das glücke,
Wenn Corydon die predigt sagt,
Und ihr ein gantz halb dutzent stücke
Von ihm vergnügt nach hause tragt!
Schlagt nur den eingang nach in Mayers trost-postillen,
So könnt ihr diesen zweiffel stillen.
Wie wunderlich spielt doch das glücke!
Dem tritt der pfarr den beicht-stuhl ab,
Und geht mit seiner Peters-picke
Freywillig in das todten-grab.
Warum? Der herr Johanns will seine tochter haben,
Drum last ihn immerhin begraben.
Wie wunderlich spielt abers glücke,
Wenn sein examen recht besteht,
Obgleich ein elephant und mücke
Dabey in einem paare geht!
Ey! lernet nur, wie er, ein stetes ja-wort sprechen,
So kan euch kein patron gebrechen.
So wunderlich spielt unser glücke!
Drum nehmt es ja recht wohl in acht:
Damit es euch auch einst erblicke,
Wenn seine gunst Ehrwürden macht.
Laut geben, predigen, recht glauben und beweiben,
So wird euch kein patron vertreiben.