Auf Gottes tieffe Wunder-Verzuckung

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Als an dem Meergestadt der Wunder ich spatziret

und in Betrachtung mich der tieffen Tieff vertiefft

bedunkt mich daß ein Schall mir aus den Wellen rüfft:

Dich hat des Himmels schluß zu diesem Fluß geführet

daß unergründlich werd sein Ertzabgrund gespüret.

kein Anker oder Bley den gnaden-sandgrund trifft:

doch mit dem Glaubenskahn er glücklich wird beschifft.

ein ferne Reiß zum Preiß des Himmels dir gebühret.

Die Wallfisch seiner Krafft ein grosse Wasserquell

daß sich dein Schiff empor könn' heben schnell ergiessen:

Der wunder-wellen-schwall wird es so stark fort schiessen

das deinem Sinn-begrieff sein Glückes lauff zu schnell.

Jetzt sey dir unsre Flut ein spiegel seiner zier:

dann werd' ein Fluß daß sich die Nachwelt schau in dir.