Auf Hn. B. H. d. R. in H. u. J. A. C S. Hochzeit den 22. Aprill 1681.
Jhr Nymfen an dem Zack ihr Berg-Einwohnerinnen
Mit denen Echo oft bey stillen Nächten wäscht
Und die ihr euren Durst am klaren Bober lescht
Ermuntert Hertz und Geist was hohes zubeginnen.
Werfft nur den Fichten Krantz von dem beschneyten Haar
Der Winter ist hinweg der Frühling mahlt das Jahr.
Wie seyd ihr denn so wild als eures Zackes-Fluthen?
Was traget ihr für Scheu auß Wald und Pusch zugehn?
Verlast Armseligste der Felsen gähe Höh’n
Der Tag ist euch geweyht und gehet euch zum guten.
Last süsses Seitenspiel erklingen durch die Luft
Nun euch die Nachtigall mit ihrer Stimme rufft.
Was aber spiel ich viel mit dunckler Wörter Decke?
Auf Nymfen kleidet euch in Seiden-Zarten Schleyr
Herr Hübner den ihr kennt begeht die Hochzeit-Feyr
Daß eurem Vorwitz ich ja weiter nichts verstecke
Deß Sommers Auszug kömmt und stellt sich bey euch ein
Die schöne
Heist diese Gästin doch viel tausendmahl willkommen
Denn eure Gegend wird durch ihre Blicke klar
Eilt sucht Violen auf zu zieren Haupt und Haar
Denn Blumen haben selbst von ihr den Glantz genommen.
Seht wie der rothe Mund beschämt der Nelcken-Pracht
Und wie sich jedes Glied zu Lust-Narcissen macht.
Sucht Nymfen sucht hervor was von Ersinnligkeiten
Die Liebe finden mag wenn sie sich dienstbar weist
Und ob schon eure Brust vor diesem stund beeist
So wird der Lentz bey euch itzt seine Schätz außbreiten.
Seht wie das nahe Thal mit Blumen ist besternt
Und wie des Zackes Mund schwatzhafftig buhlen lernt.
Ehrt diese Freundin doch als eurer Freuden Sonne
Der reichen Berge Schoß trägt allen Uberfluß
Und weil der Liebes-GOtt zur Tafel dienen muß
Dem Schmertzen eine Lust und Schmausen eine Wonne
So wird er wie er pflegt seyn listig abgericht
Daß jedem treflich wol und auch genug geschicht.
Zu dem so sind berühmt
Wie Gastfrey jederzeit er Freunden sich geweist
Und wenn ein Frembder nur in sein Haus eingereist
Mit was vor Höffligkeit pflag er ihn zubegleiten
So daß der Götter Mahl für dem man nichtig schätzt
Wo sich die Redligkeit und Treu zu Tische setzt.
Und solte diesem Mann und seiner Braut zu Ehren
Das zarte Nymfen-Volck nicht auch geschäfftig seyn?
Welch Ganymedes schenckt die Krystalinen ein
Und reicht den güldnen Saft in Muscheln und in Röhren?
Das Mahl ist ja bereit die Tafel ist gedeckt
Und Flora hat den Tisch mit ihrem Schmuck besteckt.
Cupido der gewohnt sonst überall zu fischen
Trägt die Forellen auf des Schuppen Heeres Ruhm
Und Schmerlen so recht groß der Wasser Eigenthum
Befihlt bey jeder Rey die Gläser auffzufrischen.
Läst in Pasteten sehn was jetzt der Köche Fleiß
Durch neu erfundne Kunst dem Mund zu liefern weiß.
Allein als noch zu letzt so Krebs als Schincken kommen
Treibt der verbuhlte Gott sein altes Possen-Spiel:
Er gauckelte bezecht biß er zu boden fiel
Und ihr Mitleidende die Scheren ihm genommen.
Aus Furcht ihr frommes Volck damit er sich nicht sticht
Wie wol ihr kennt noch nicht den nackten
Er sahe sich beraubt von seinen liebsten Sachen
Und weinte wie ein Kind das was verlohren hat;
Herr Hübner trat darzu und sprach diß ist mein Rath
Daß du nur mit Gedult verträgst der Nymfen Lachen.
Laß meine
Ich schwere daß ich will ersetzen den Verlust.
Wer sprang behertzter auf als dieser kleine Knabe
Er rief ihr Nymfen eilt und bringet das Confect;
Ersinnet was der Braut am allerbesten schmeckt
Hernach so holet was daß sich der Bräut’ gam labe.
Bald stunden Datteln da Liebstöckel Knaben-Kraut
Daß man in einem Schnee als wie gefroren schaut.
Dort lag Satyrion in aufgefüllten Schalen
Und die Pistacien in Marcipan gepregt.
Der Lecker lachte drauf rief laut dergleichen hegt
Auch kaum der Jupiter bey seiner Juno Mahlen.
Nun flieg ich in die Lufft ihr Nymfen seht und denckt
Wie ihr der
Weicht Nymfen weicht zurück ihr habt nun satt bedienet
Die außerwehlte Braut jetzt ist Herr Hübners Pflicht
Zu leisten was er soll: Der schönen Augen Licht
Rufft ihn zu einem Kampff; und daß er sich erkühnet
Den angenehmen Feind standhafftig zubestehn
Damit ihm nicht der Raub und Beute mög’ entgehn.
Ja seht ihr Nymfen nicht die Bücher der Gedancken
Die Augen wie sie stets gleich einer Rennebahn
Den liebsten Bräutigam halb zwinckernd schauen an
Wie Scham Begier und Furcht sich untermenget zancken.
Und wie jedweder Blick auf diese Strasse weist
Wo hin der Adam ist im Paradieß gereist.
Jhr Nymfen tretet ab es ziemt nicht euren Ohren
Daß ihr der Liebenden Beredung irgend merckt;
Die Worte werden hier mit Wercken bald besterckt
Worzu Vergnügung sich und Wollust hat verschworen.
Versichert daß der Zack nicht so viel Wasser führt
Als sich Ergetzlichkeit itzt in den Adern rührt.
Fort Nymfen denn die Braut will gantz verschwiegen lieben.
Es setzt der Bräutigam bereits den Riegel für
Damit kein Ungethüm klopff an die Cammer-Thür.
Jhr seyd bey Schertz und Spiel nun lang genug verblieben.
Sucht an dem Zacken-Fluß da itzt der güldne May
Sonst alles herrlich ziert ob was für euch noch sey.