Auf hn. Christof Emmerichs und jungfraw Cordula Krausen hochzeit

By Johannes Plavius

Viel seyn des vberredt man müss' in diesem mäyen

Der nu' so schöne gläntzt nicht dencken an dz fräwen

Vnd seind in diesem wahn weil Mars in dieser zeit

Fast alle konst vnd lust mit grimme thu beyseit.

Weil er den Pluto schlägt; Mercurius verjaget;

Neptunus vbereilt die Musen ängstig plaget;

Vexiert fraw Isis auch vnd lehrt sie mässig seyn

Lyeus darff nu nicht eins schmäcken Reinschen wein.

Daß auch Cupido nun jhm billich weichen müsse

So lange bis jhm Mars hinwider stelle liesse

Denn wär es zeit genug. Nach dem man sonsten spricht

Gut ding erfordert zeit. Ach nein bey leibe nicht!

Das wäre fast zu viel. Vnd wolte man vertreiben

Den lieben liebe-Gott? vnd solte so verbleiben

Sein süsses liebe-werck so würde lädig stehn

Die welt in kurtzer zeit wie vormals ist geschehn

Als Triton seine fluth mit rauschen vnd mit brausen

Aus jhren schrancken liess also das auch mit grausen

Olympus war bedeckt vnd gantz beschlossen war

Was wol von Iris vor noch nie begossen war.

Da alles fleisch verdarb da alles muste sterben

Was nicht im wasser lebt. Also daß dis verderben

Fast alle menschen fraß. Vnd wie vns Naso schrieb

Daß nur Deucalion vnd Pyrrha vberblieb.

Was war da nu zu thun der schade war geschehen

Der strenge Jupiter der hätte gern gesehen

Das seine läre welt voll leute möchte seyn.

Denn dacht er warumb geb' ich anders sonnenschein

Vnd wozu sol das korn vnd ander schöne früchte

Wann keine menschen seyn? Es kömmet ganz zu nichte

Was doch nicht ist vmb nichts. die schönen blümelein

Die kräuter vieler arth das obst der süsse wein.

Wer würde denn hernach den Gottesdienst verwalten?

Wer würde denn die erd in jhren baw' erhalten

Vnd neeren sich davon? vnd ehren mich dafür?

So dacht' er; vnd fieng an: Deucalion hör' hier

Du vnd dein liebes weib greift beide zu den beinen

Der frommen Vestæ hin ich meine zu den steinen

Vnd werfft sie hinter euch so werdt jhr balde sehn

Ein hartes menschen-heer aus steinen auferstehn

Weil nu Gott dieser zeit schier gäntzlich ist entschlossen

Das wilde vnd harte volck aus steinen eh' entsprossen

Durch krieg zu reiben auf als ist recht wolgethan

Was jhr herr bräutigam an itzo fanget an.

In dem jhr nu gedenckt in ehren durch vermehren

(Weil Mars so grimmig ist) den schaden zu erwehren

Der endlich folgen könt' als wie gesagt geschehn.

Da diese weite welt must' vnbewohnet stehn.

Gott lass' euch lange zeit in frewden dis erleben

Was ich mir selber wünsch' vnd allen wird gegeben

Die fromm vnd ehrbar seyn. wie denn auch solch' ein gut

Da Gott in keuscher liebe 's liebe beste thut.