Auf Hn. J. M. u. J. E. T. Hochzeit den 3. Junii 1680.
Ach lebte Tscherning noch der Ruhm gelehrter Zeiten!
Der himmlische Poet des Vaterlandes Preiß
Von dessen Kunst und Witz der Belth zu sagen weiß
Daß er gewesen sey ein Meister deutscher Seiten.
Ach lebte Tscherning noch wie ehrt’ er dieses Fest!
Das euch Verlobte Zwey zusammen treten läst.
Er würde wie er pflag den Helicon bewegen
Es müste Castalis mit vollen Strömen gehn
Und ihm der Lorber-Wald zu dienst und willen stehn
Damit er seiner Muhm als
Erklärte durch ein Lied weissagte Heil und Ruh
Und Phöbus spreche selbst ein kräfftig ja darzu.
Umbsonst! sein edler Geist wohnt nunmehr bey den Sternen
Er hat die Sterbligkeit schon längsten abgelegt
Mich den kein heisser Zug der Dichter mehr bewegt
Der ich den Kindern gleich die Reim-Kunst wil verlernen
Brennt itzt kein süsses Feur das solche Funcken sprüht
Worinnen man gebildt der Liebe Schönheit sieht.
Jedoch die Freude wil die schwache Feder führen
Wenn ich die Eltern seh bey ihren Kindern stehn
Und wie sie mit der
Der
Und seufftzen da zu GOtt dem Stiffter keuscher Eh
Daß es doch ihrem Blut und Saamen wolergeh.
Es schmiltzt der
Nun sich ihr Ehren-Schnee mit Wolfahrts-Lilgen schmückt
Und es der grosse Rath des Himmels hat geschickt
Daß sich in gleiche Treu zwey gleiche Seelen kleiden
Und daß ein Bürgers Kind dem andern sich vermählt
Und in der Gleichheit auch noch Stand noch Uhrsprung fehlt.
So baut ihr
Und führet Seulen auff aus eurem eignen Blut
Denn fromme Kinder sind doch nur das höchste Gut.
Wer die gezeuget hat den ehren gar die Rechte
Jhr wist wem ihr den Schweiß von euren Händen last
Und Erb und Eigemhum besitzt kein frembder Gast.
Last ietzt die Sorgen seyn ihr hochbeglückten
Der müden Kräffte Stab ist ein geliebter Sohn
Und keusche Töchter sind der Eltern Schmuck und Cron.
Die Gunst des Himmels wil ob eurem Namen walten
Jhr könt nicht untergehn ob euch das Grab schon hält
Dieweil ihr wieder lebt durch eurer Enckel Welt.
Nun zehlet diesen Tag vor einen von den besten.
Allein wo lassen wir denn unsre schöne
Die itzt mit keuschem Blick auff ihren Liebsten schaut
Und windet in sein Haar den Krantz von Myrten-Aesten.
Gibt durch Veränderung der Mienen zuverstehn
Es müß ein heimlich Feur in ihren Adern gehn.
Nichts anders steht die Ros’ als wie Eleonore
Wenn itzt die Morgenröth im lichten Scharlach blitzt
Und den gesunden Thau auff jede Blumen spritzt
Und gantz beperlet steht die Sternen-reiche Flore
Da breitet sie zugleich den Purpur Mantel aus
Und sie ist Königin in ihrem Blumen-Hauß.
Jhr Thron ist grüner Sammt die Dörner sind Trabanten
Biß daß sie aus dem Schlaff mit ihrem Haupt erwacht
Und hundertfältig sich in ihrer Blätter Pracht
Zeigt mit Verwunderung den Augen der Bekandten.
Der rühmet den Geruch und der der Farben Glantz
Und sagt die Rose dient zu einem Jungfer-Krantz.
Ich weiß
Und Blumen so uns je der Gärte Schoß gewehrt
Er seinen liebsten Schatz und schöne
Der selbst die Gratien und Tugenden liebkosen.
Der Frühling ihrer Zeit trägt Blumen die stets blühn
Und nicht so bald davon als unsre Rosen fliehn.
Wolan die Jugend ist ein Jahrmarckt süsser Liebe
Es beut ihm seine
Die Persien nicht schickt noch Ormus lieffern kan.
Was Noth
Wer hier bey zeiten nicht dergleichen Güter sucht
Der findet denn zu spät die Schalen sonder Frucht.
Ein Frauenzimmer hegt noch mehr als eine Messe.
Sticht nicht der Augenlicht die Diamanten hin?
Die Zeuge mancher Art wie künstlich sie auch blühn
Wie zierlich sie gedruckt die neuerfundne Presse
Verlieren Farb und Glantz vor dieser Schönheit Schein
Wo die Vollkommenheit wil Obermeister seyn.
Erblast der Atlas nicht vor einem rothen Munde?
Gleicht weisse Seide sich wol einer zarten Haut?
Und wer das Rosenfeld der schönen Wangen schaut
Wird sagen Sammet hat nicht solche Glut zum Grunde.
Es sey verwunderns werth was Morgenland uns webt
Ein Bild verdient mehr Ruhm das sich bewegt und lebt.
Wolan so kauff er ein das beste von den Schätzen
Die Venus siehet ihn
Der witzige Mercur der viel verkehren kan
Verspricht ihm zum Gewinn Vergnügen und Ergetzen.
Es flicht die Einigkeit so ein gewünschtes Band
Dergleichen ihm noch nie ein Marckt hat zugesand.
Was aber schöne
Scheint ihr der Sonnen-Rad was langsamer zu gehn
Weil Hoffen und Begier schon in Bereitschafft stehn
Und Hymen sie gereitzt durch seine süsse Lieder
Daß sie den Abend ihr hat vor den Tag erkiest
Dieweil als wie bekandt die Nacht verschwiegen ist?
So gehe sie nun hin aus ihrer Eltern Armen
Es folge Glück und Heil ihr auf der Fersen nach
Getreue Lieb und Gunst stehn umb das Schlaffgemach
Und der Cupido will bey euer Lust erwarmen
Und dieser neue Stand den ihr itzt schreitet ein
Der müsse fort für fort ein trächtig Sommer styn.
Pflantzt Blumen süsser Lust in eurem neuen Stande
Darob der Eltern Hertz und Auge sich erfreut:
Die Nahrung geh nach Wunsch lebt in Zufridenheit
In eurer neuen Eh wie im gelobten Lande.
Damit ihr wenn das Jahr hat seinen Lauff verkehrt
Von euer Fruchtbarkeit die Erstlinge gewehrt.