Auf Hn. J. M. u. J. E. T. Hochzeit den 3. Junii 1680.

By Heinrich Mühlpfort

Ach lebte Tscherning noch der Ruhm gelehrter Zeiten!

Der himmlische Poet des Vaterlandes Preiß

Von dessen Kunst und Witz der Belth zu sagen weiß

Daß er gewesen sey ein Meister deutscher Seiten.

Ach lebte Tscherning noch wie ehrt’ er dieses Fest!

Das euch Verlobte Zwey zusammen treten läst.

Er würde wie er pflag den Helicon bewegen

Es müste Castalis mit vollen Strömen gehn

Und ihm der Lorber-Wald zu dienst und willen stehn

Damit er seiner Muhm als

Erklärte durch ein Lied weissagte Heil und Ruh

Und Phöbus spreche selbst ein kräfftig ja darzu.

Umbsonst! sein edler Geist wohnt nunmehr bey den Sternen

Er hat die Sterbligkeit schon längsten abgelegt

Mich den kein heisser Zug der Dichter mehr bewegt

Der ich den Kindern gleich die Reim-Kunst wil verlernen

Brennt itzt kein süsses Feur das solche Funcken sprüht

Worinnen man gebildt der Liebe Schönheit sieht.

Jedoch die Freude wil die schwache Feder führen

Wenn ich die Eltern seh bey ihren Kindern stehn

Und wie sie mit der

Der

Und seufftzen da zu GOtt dem Stiffter keuscher Eh

Daß es doch ihrem Blut und Saamen wolergeh.

Es schmiltzt der

Nun sich ihr Ehren-Schnee mit Wolfahrts-Lilgen schmückt

Und es der grosse Rath des Himmels hat geschickt

Daß sich in gleiche Treu zwey gleiche Seelen kleiden

Und daß ein Bürgers Kind dem andern sich vermählt

Und in der Gleichheit auch noch Stand noch Uhrsprung fehlt.

So baut ihr

Und führet Seulen auff aus eurem eignen Blut

Denn fromme Kinder sind doch nur das höchste Gut.

Wer die gezeuget hat den ehren gar die Rechte

Jhr wist wem ihr den Schweiß von euren Händen last

Und Erb und Eigemhum besitzt kein frembder Gast.

Last ietzt die Sorgen seyn ihr hochbeglückten

Der müden Kräffte Stab ist ein geliebter Sohn

Und keusche Töchter sind der Eltern Schmuck und Cron.

Die Gunst des Himmels wil ob eurem Namen walten

Jhr könt nicht untergehn ob euch das Grab schon hält

Dieweil ihr wieder lebt durch eurer Enckel Welt.

Nun zehlet diesen Tag vor einen von den besten.

Allein wo lassen wir denn unsre schöne

Die itzt mit keuschem Blick auff ihren Liebsten schaut

Und windet in sein Haar den Krantz von Myrten-Aesten.

Gibt durch Veränderung der Mienen zuverstehn

Es müß ein heimlich Feur in ihren Adern gehn.

Nichts anders steht die Ros’ als wie Eleonore

Wenn itzt die Morgenröth im lichten Scharlach blitzt

Und den gesunden Thau auff jede Blumen spritzt

Und gantz beperlet steht die Sternen-reiche Flore

Da breitet sie zugleich den Purpur Mantel aus

Und sie ist Königin in ihrem Blumen-Hauß.

Jhr Thron ist grüner Sammt die Dörner sind Trabanten

Biß daß sie aus dem Schlaff mit ihrem Haupt erwacht

Und hundertfältig sich in ihrer Blätter Pracht

Zeigt mit Verwunderung den Augen der Bekandten.

Der rühmet den Geruch und der der Farben Glantz

Und sagt die Rose dient zu einem Jungfer-Krantz.

Ich weiß

Und Blumen so uns je der Gärte Schoß gewehrt

Er seinen liebsten Schatz und schöne

Der selbst die Gratien und Tugenden liebkosen.

Der Frühling ihrer Zeit trägt Blumen die stets blühn

Und nicht so bald davon als unsre Rosen fliehn.

Wolan die Jugend ist ein Jahrmarckt süsser Liebe

Es beut ihm seine

Die Persien nicht schickt noch Ormus lieffern kan.

Was Noth

Wer hier bey zeiten nicht dergleichen Güter sucht

Der findet denn zu spät die Schalen sonder Frucht.

Ein Frauenzimmer hegt noch mehr als eine Messe.

Sticht nicht der Augenlicht die Diamanten hin?

Die Zeuge mancher Art wie künstlich sie auch blühn

Wie zierlich sie gedruckt die neuerfundne Presse

Verlieren Farb und Glantz vor dieser Schönheit Schein

Wo die Vollkommenheit wil Obermeister seyn.

Erblast der Atlas nicht vor einem rothen Munde?

Gleicht weisse Seide sich wol einer zarten Haut?

Und wer das Rosenfeld der schönen Wangen schaut

Wird sagen Sammet hat nicht solche Glut zum Grunde.

Es sey verwunderns werth was Morgenland uns webt

Ein Bild verdient mehr Ruhm das sich bewegt und lebt.

Wolan so kauff er ein das beste von den Schätzen

Die Venus siehet ihn

Der witzige Mercur der viel verkehren kan

Verspricht ihm zum Gewinn Vergnügen und Ergetzen.

Es flicht die Einigkeit so ein gewünschtes Band

Dergleichen ihm noch nie ein Marckt hat zugesand.

Was aber schöne

Scheint ihr der Sonnen-Rad was langsamer zu gehn

Weil Hoffen und Begier schon in Bereitschafft stehn

Und Hymen sie gereitzt durch seine süsse Lieder

Daß sie den Abend ihr hat vor den Tag erkiest

Dieweil als wie bekandt die Nacht verschwiegen ist?

So gehe sie nun hin aus ihrer Eltern Armen

Es folge Glück und Heil ihr auf der Fersen nach

Getreue Lieb und Gunst stehn umb das Schlaffgemach

Und der Cupido will bey euer Lust erwarmen

Und dieser neue Stand den ihr itzt schreitet ein

Der müsse fort für fort ein trächtig Sommer styn.

Pflantzt Blumen süsser Lust in eurem neuen Stande

Darob der Eltern Hertz und Auge sich erfreut:

Die Nahrung geh nach Wunsch lebt in Zufridenheit

In eurer neuen Eh wie im gelobten Lande.

Damit ihr wenn das Jahr hat seinen Lauff verkehrt

Von euer Fruchtbarkeit die Erstlinge gewehrt.