Auf Hn. M. J. B. D. zu St. E. u. F. B. H. g. O. Hachzeit den 18. May 1677.

By Heinrich Mühlpfort

Es hat Ehrwürdiger der Himmel außgeweinet

Deß Traurens schwartze Nacht zertheilt ein liechter

Versichert daß ihm jetzt der Wolfahrt Sonne scheinet

Das Glücke führet ihn in seinen Freuden-Saal.

Weg mit Napell und Bur und tunckelen Cypressen

Hier muß der Lilgen Schnee der Rosen Purpur seyn.

Es ist das alte Leid auf diesen Tag vergessen

Und Lieb’ und Fröligkeit stellt sich zu Gästen ein.

Es pflegt deß Himmels Schluß nicht ewig zu betrüben

Es plagt die Sterblichen nicht stets Egyptens Nacht:

Und wenn der Wetter-Sturm fast alles auffgerieben

Hat früh ein Dornen-Strauch die schönsten Rosen bracht.

Diß Leben ist vermischt mit Leiden und mit Freuden.

Verändert doch das Jahr Lauff Wechsel und Gestalt:

Jm Frühling wird es sich in bundten Taffend kleiden

Jm Winter ist es Schnee voll Runtzeln kalt und alt.

Es ist kein Becher nie der Traurigkeit so bitter

Daß nicht der Wollust Hand geust was von Tropffen ein.

So schrecklich ist auch nie das hefftigst Ungewitter

Es folgt nach Sturm und Plitz ein heller Sonnenschein.

Er hat

Bißher sich satt gequällt und seinen Geist betrübt.

Jetzt wandelt sich das Leid in neue Freuden-Zeichen

Nun sein getreues Hertz in reinen Flammen liebt.

Die angenehme Zeit (da alles blüht und lachet.

Und Feld und Gärten stehn mit Blumen außgestickt

Da selbst die Flora sich zu einem Teppich machet

Und ihre Kinder gleich den Tocken hat geschmückt )

Lockt durch geheimen Zeug zu diesen süssen Stunden

Und heist die Einsamkeit deß Winters seyn verbannt.

Er hat des Traurens Frost nur allzusehr empfunden

Jetzt soll sein Hertze glühn in einem wahren Brand.

Denn soll er für das Hauß des HErrn embsig wachen

So muß in seinem Hauß’ auch eine Leuchte seyn

Die weiß die Finsternüß der Sorgen licht zu machen

Und durch Behägligkeit vertreibt deß Kummers Pein.

Unmöglich kan ein Mensch ihm selbst in allem rathen

Bevor wo Ampt und Pflicht verzehrt das befle Theil.

Der Körner Uberfluß zersprenget die Granaten;

Nicht nur ein eintzig Arm regiert der Schiffe Seil.

Was ist ein Garten doch von keinem Zaun umbgeben?

Was ist der güldne Lentz wenn er nicht Blumen trägt?

Was ist der beste Stock der ohne Safft und Reben?

Was ist ein solcher Grund worzu kein Stein gelegt?

Diß ist der Wittber-Stand. Denn Seelen zuversorgen.

Bleibt ein hochwichtig Werck das Centnern gleich beschwert.

Stehn fertig und bereit vom Abend biß zum Morgen

Wenn hier ein Krancker Rath ein Armer Trost begehrt

Wenn Welt und Teuffel offt den Menschen Stricke legen

Mit unerschrocknem Geist da für den Fall zustehn

Und wie sein Wollen-Vieh ein Hirte denckt zu pflegen

Mit Wachsamkeit und Treu dem Volck entgegen gehn

Ist nur die gröste Müh. Ein Träger fodert Stützen

Wenn allzu grosse Last die müden Schultern drückt:

Und soll ein Priester denn gantz ohne Beystand sitzen

Daß nie ein freundlich Aug’ und Anblick ihn erquickt?

Der ersten Kirche Satz hat dieses Band bestärcket

Da sich ein Bischoff nicht der keuschen Eh’ entfernt

Ja wie die Folgerung der Zeiten aufgemercket

So war des Priesters Eh’ ein Himmel der besternt

Ein Tempel wahrer Treu ein Opffer der Gemüther

Des Glaubens sein Petschier der Hoffnung Unterpfand

Ja die Gemeinschafft gar der grossen Himmels-Güter

Und weit gesegneter noch als der Jungfer-Stand.

Kan nun

Sein Ehbett ohne Sonn’ und Liebes-Strahlen seyn?

Wie selig ist doch der der es kan so erwegen

Daß gleiche Seelen gehn ein gleiches Bündnüß ein!

Es wird die werthe Braut mit ungemeinen Gaben

Was nur ersinnlich ist nach seinem Hertzen thun.

Er wird nach Müh und Schweiß so ein Ergetzen haben

Daß seine Seele kan in ihren Armen ruhn.

Denn es wird beyder Hertz in gleicher Andacht brennen

Von wahrer Gottesfurcht und Glauben angeflammt.

Sie wird ihn ihres Haupts Schmuck Heil und Krone nennen

Den Baum auf dem gerüst ihr gantzes Wolseyn stammt;

Sein Garten ist umbzäunt sein Hauß ist wol verschlossen

Und neue Mutter-Treu nimmt sich der Kinder an.

Ach gleichgesinntes Zwey! Gesegnet’ Ehgenossen!

Die so des Höchsten Hand nach Leid erfreuen kan.

Jhr habt ja beyde wol in Asch’ und Staub gesessen.

Wer sucht im Schulen-Staub die Witwen jetzt hervor?

Doch scheint es auf der Welt sie wären gantz vergessen

So reicht der Höchste doch sein gnädig Aug’ und Ohr.

Die hoch-geliebte Braut bringt ihm weit beßre Schätze

Als jetzt die tolle Welt nach tausenden nur zehlt.

Sein Wort ist ihr Befehl sein Will’ ist ihr Gesetze!

Sagt ob man in der Eh was herrlichers erwehlt?

Wie muß der

Nun ihres Hauptes Schnee ein solcher Segen deckt!

Nun sie der Kinder Heil mit Augen noch geniessen

Eh sie der blasse Tod hat in den Sand gestreckt.

Was wird die Freundschafft nicht vor treue Wünsche hegen!

Wie wird sich unser

Der unter Glück und Heil und Gnaden-vollem Segen

Spricht daß dergleichen Eh’ ein Paradiß kan seyn.

Gewiß

So wird auch ihre Lieb’ in stetem Wachsthum stehn

Was Angst und Leid gebührt das müsse ferne ziehen

Hingegen stets ihr Fuß auf Roß’ und Nelcken gehn.

Er kan weit freudiger zu seinem Ambte schreiten

Da vor das gantze Haus Abigail jetzt wacht

Da Wonn’ und Liebligkeit ihm ruhet an der Seiten

Und ihm der Liebsten Mund den schönsten Frühling macht.

Es sey ein ewig May das hochvertraute Lieben

Es krön

Denn weil die Ehen längst im Himmel unterschrieben

So wünsch ich diß allein: