Auf Hn. S. R. v. R. u. J. A. M. S. Hoch- zeit in eines andern Namen 29. Aug. 167...
Soll denn die Vor-Burg deutscher Erden
Das Schatz-Haus aller Fruchtbarkeit
Der Barbarn Raub und Beute werden
Durch Enderung der bösen Zeit?
Gewehrt es nicht mehr seine Gaben
Und zieh’t uns seine Güter ein
Läst es die Berge nicht durchgraben
Und wil ohn Gold und Silber seyn?
Nein: Unger-Land steht dennoch feste
Wie sehr ietzt Blitz und Donner kracht
Wie hoch es kräncken wilde Gäste
Mit zugestoßner Krieges-Macht;
Es weiset uns noch ihre Schätze
Die Wunder-gütige Natur
Sie krönt mit Fruchtbarkeit die Plätze
Mit Adern die erfundne Spur.
Es wil sich Flora zwier da kleiden
Und Bacchus immer trächtig stehn
Die Pales trotzet Samm’t und Seiden
Wenn sie ihr Vieh läst weyden gehn;
Die Ceres lehrt mit ihren Garben
Daß nichts an Reichthum noch gebricht
Wenn andre Länder müssen darben
Hat sie ein Korn-Haus aufgericht.
Alleine diese Treffligkeiten
Wie herrlich man sie schätzen mag
Thun nichts zu den’n Vollkommenheiten
Und halten nicht die Gegen-Wag’
In welcher sich sein Hertz ietzt wieget
Herr Bräutigam das nunmehr brennt
Und ist von einem Schatz besieget
Der keinen Feind noch Zufall kennt.
Wenn andre reiche Beute loben
Und sie erfreut manch fündig Gang
Wenn sie ergetzen Silber-Proben
Und auch der Wünschel-Ruthe Hang;
So sind der
Von solchem Fadem Zeug und Krafft
Daß sie ihm das Geblüt aussaugen
Und nehmen Hertz und Seel’ in hafft.
Es sey daß uns viel Silber-Kuchen
Zusenden kan die neue Welt;
Hier kan er mehr Vergnügung suchen
Sein Preis ist höher noch gestell’t.
Die Schätze kan der Feind verderben:
Der Seelen Lieb und Einigkeit
Die bleibt beständig biß ans Sterben
Und wird nicht durch den Tod entzweyt.
Das Bergwerck mag so reich sich zeigen
Gefahr und Müh die schläft dabey
Offt wenn sich gute Blicke neigen
Ist man vom Kobolt doch nicht frey.
Hier aber seiner Liebsten Blicke
Sind ihm auch Sternen bey der Nacht
Die ihm weissagen sein Gelücke
Und was ihn hat verpflicht gemacht.
Und solt er nicht bey
Ein Bergwerck finden voller Lust?
Ein gleicher Sinn ein gleicher Willen
Ein gleiches Hertz in einer Brust.
Die werden ihn noch mehr ergetzen
Und voller Liebes-Pfänder seyn
Als wenn er liesse Stuffen setzen
Und führe frembde Fahrten ein.
Sein Wald wird auch im Winter blühen
Ob ietzt des Herbstes Purpur prahl’t
So ist die Röthe vorzuziehen
Womit der
Er findet auf der
Stets einen Blumen-reichen May
Was er kan wünschen und verlangen
Das legt ihm dero Schönheit bey.
Diß ist die beste Zeit im Jahre
Wenn Bacchus seine Kelter tritt
Die Ceres liefert ihre Wahre
Und den so reichen Erndten-Schnidt
Wenn uns der Wald sein Wildpret sendet
Die Gärten liefern ihre Frucht
Wer ist der seinen Sinn wegwendet
Und da nicht Lust und Freude sucht?
Doch was die Seele kan vergnügen
Und was des Menschen Hertz erfreut
Das kan die Liebe nur zufügen
Der Zucker aller bösen Zeit:
Noch Wald noch Berg noch alle Gaben
Sind seiner
Hier kan er seine Ruh-Stätt haben
Und fast ein irrdisch Himmelreich.
Ich wünsche daß weil Mars ietzt blitzet
Und Unger-Land noch immer breun’t
Sein Hertz im Lieben sey erhitzet
In gleichen Flammen unzertrenn’t.
Der schönen
Daß sie wie Gold und Silber sey
Und in des Glückes Prob und Streichen
Behalte reine Lieb und Treu.