Auf meine / auf Gottes Gnad gerichtete /unabläßliche Hoffnung
By Catharina Regina von Greiffenberg
Written 1647-01-01 - 1647-01-01
Ich stehe Felsen- fest in meinem hohen hoffen.
Die wellen prellen ab an meinem steinern Haubt.
So ist dem Meere-Heer zu stürmen nicht erlaubt.
ihm schadt es nicht ob schon die unglück Ström es troffen.
sind manche Glückes Schiff auch neben bey geloffen:
den rechten keine Noht den freuden Anfurt raubt;
das was sonst keinem ist ist müglich dem der glaubt.
die innerst Gottes Krafft steht seiner Würkung offen.
die ganze Menschlichkeit (nur Christus ausgeschlossen)
nichts ungeendtes kan als mit des Glaubenskrafft
begreiffen; nur durch ihn wird Göttliches genossen.
Er saugt aus Gottes Herz der Gnaden süssen Safft:
gefolgt doch' ziehend nicht weil er ganz überflossen.
der Glaub kommt nie zu hoch in sein lieb-Eigenschafft.