Auf Sr. Königl. Maj. in Polen Augusti II ersten einzug in Dantzig.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Großmächtigster August und Sächsischer Piast

Der du zur seiten ruhm das glücke zu den füssen

Den seegen ob dem haupt die macht in händen hast

Und Elb- und Weichselstrom als schwestern heissest fliessen

Willkommen tausendmal! dein einzug sey beglückt

Der himmel sey mit dir auf deinen Königs-wegen!

Schau wie dir unsre stadt die treu entgegen schickt

Wie sich auf deiner bahn die hertzen unterlegen:

Man läst umb dich zu sehn gantz sicher hoff und hauß

Weil du als Schutz-Gott hier den eintritt hast genommen

Das donnernde geschütz rufft in den wolcken auß

Es sey ein Krieges-Gott in unsre mauren kommen:

Was wunder? möchte doch das vierdte theil der welt

Dich grosse Majestät mit freuden-festen ehren;

Den jubelschall der itzt durch unsre gassen fällt

Den solte man mit recht in gantz Europa hören.

Dein strahl pflegt ja nicht bloß die Sachsen anzugehn

Nicht nur Sarmatien wird sich durch dich verneuen

Gott heist nach sonnen-art dich in der höhe stehn

Damit dein glantz zugleich viel Reiche mög erfreuen.

Du bist der Christenheit ein rechter Salomon;

Denn deines Scepters gold bringt goldne zeiten wieder

Es setzt mit dir zugleich auf deinen Götter-thron

Sich Deutschlands sicherheit Europens ruhe nieder;

Ach weltberühmter Held! dich hat die ewigkeit

Noch ehe du regiert noch ehe du gebohren

Zum wunder dieser welt zum seegen unsrer zeit

Mit kurtzem wie du siehst zum König außerkohren.

Wer dir sich wiedersetzt der trotzt des höchsten macht;

Der purpur den du trägst ist himmlisches gewebe

Du hast den Chur-hut zwar dir niemals zugedacht

Doch sieht man wie GOtt gar zu cronen dich erhebe.

Dein Chur-hauß reichte dir zwey schwerdter in die hand;

Nun hastu beyde zwar mit löwen-muth geführet

Des einen schärffe fühlt das Türcksche morgenl and

Des andern stärcke hat ein abendland gerühret.

Jedoch der ausgang stellt uns noch was anders dar

Du solst damit theils uns theils deinen Sachsen nützen

Drum luß mir zu daß ich auf deiner schwerdter paar

Die bey-schrifft setzen darff: Zwey reiche zu beschützen!

Moscoviens Monarch der seiner väter ruhm

So wie der tag die nacht bey weirem übertroffen

Erbeut zu deinem dienst sein volck und eigenthum

Es steht dir seine brust als einem bruder offen.

Ist dir der himmel nun und erde so geneigt

Wil das verhängnüß sich nach deinem wuntsche schicken

Wie solte Dantzig nicht da sich ihr vater zeigt

Getreuen töchtern gleich sich auf das beste schmücken?

Laß dir gefällig seyn daß diese stadt und ort

Sich deiner Majestät mit ihrem blut verschreibet

Sie wirfft ihr eigen gut mit freuden über boordt

Wenn dein regirungs-schiff nur ungehindert bleibet.

Sie wird diß ewig thun was sie bißher gethan

Die treue bleibt in sie mit Diamant gegraben;

Nim zur gewißheit noch den schwur der lippen an

Weil doch die hertzen dir sich längst verschworen haben.

Nur gönne daß auch ich ein sohn von dieser stadt

Bey allgemeinem glück dir darf ein opfer bringen

Es wil mich ob mein kiel sich gleich geweigert hat

Ein unbekandter trieb zu deinen füssen zwingen.

Es ist so manches jahr im schatten deiner macht

In deinem Leipzig mir vergnüglich hingeflossen

Dein schutz hat dazumal nicht nur ob mir gewacht

Ich hab auch deine gnad und hohe huld genossen.

Jtzt nehm ich anders wo zwar meine wohnung ein

Doch wirstu auch ein Herr und König dieser lande

Ich wil ich sol ich muß dir unterthänig seyn:

So nim denn diesen wundsch von meiner pflicht zu pfande?

Der Herr der Polens thron vor dich geöffnet hat

Befestige dein reich; regiere streit und siege

Des höchsten hülffe sey der anfang jeder that

Triumpf und jauchzen sey das ende deiner kriege

Es werde Pohlen noch wie Canaan gepreist

Daß wo itzt wüsten stehn einst paradiese blühen.

Sey Sultans untergang damit dein Helden-geist

In Stambol möge so wie itzt in Dantzig ziehen.

Es müß auf deiner Cron ein hohes alter ruhn:

So wil ich wenn ich einst sol sterben und erblassen

Den treuen Römern gleich GOtt ein gelübde thun

Daß ich mein König dich noch lebend hinterlassen.