Auf Sr. Königl. Maj. in Polen Augusti II ersten einzug in Dantzig.
Großmächtigster August und Sächsischer Piast
Der du zur seiten ruhm das glücke zu den füssen
Den seegen ob dem haupt die macht in händen hast
Und Elb- und Weichselstrom als schwestern heissest fliessen
Willkommen tausendmal! dein einzug sey beglückt
Der himmel sey mit dir auf deinen Königs-wegen!
Schau wie dir unsre stadt die treu entgegen schickt
Wie sich auf deiner bahn die hertzen unterlegen:
Man läst umb dich zu sehn gantz sicher hoff und hauß
Weil du als Schutz-Gott hier den eintritt hast genommen
Das donnernde geschütz rufft in den wolcken auß
Es sey ein Krieges-Gott in unsre mauren kommen:
Was wunder? möchte doch das vierdte theil der welt
Dich grosse Majestät mit freuden-festen ehren;
Den jubelschall der itzt durch unsre gassen fällt
Den solte man mit recht in gantz Europa hören.
Dein strahl pflegt ja nicht bloß die Sachsen anzugehn
Nicht nur Sarmatien wird sich durch dich verneuen
Gott heist nach sonnen-art dich in der höhe stehn
Damit dein glantz zugleich viel Reiche mög erfreuen.
Du bist der Christenheit ein rechter Salomon;
Denn deines Scepters gold bringt goldne zeiten wieder
Es setzt mit dir zugleich auf deinen Götter-thron
Sich Deutschlands sicherheit Europens ruhe nieder;
Ach weltberühmter Held! dich hat die ewigkeit
Noch ehe du regiert noch ehe du gebohren
Zum wunder dieser welt zum seegen unsrer zeit
Mit kurtzem wie du siehst zum König außerkohren.
Wer dir sich wiedersetzt der trotzt des höchsten macht;
Der purpur den du trägst ist himmlisches gewebe
Du hast den Chur-hut zwar dir niemals zugedacht
Doch sieht man wie GOtt gar zu cronen dich erhebe.
Dein Chur-hauß reichte dir zwey schwerdter in die hand;
Nun hastu beyde zwar mit löwen-muth geführet
Des einen schärffe fühlt das Türcksche morgenl and
Des andern stärcke hat ein abendland gerühret.
Jedoch der ausgang stellt uns noch was anders dar
Du solst damit theils uns theils deinen Sachsen nützen
Drum luß mir zu daß ich auf deiner schwerdter paar
Die bey-schrifft setzen darff: Zwey reiche zu beschützen!
Moscoviens Monarch der seiner väter ruhm
So wie der tag die nacht bey weirem übertroffen
Erbeut zu deinem dienst sein volck und eigenthum
Es steht dir seine brust als einem bruder offen.
Ist dir der himmel nun und erde so geneigt
Wil das verhängnüß sich nach deinem wuntsche schicken
Wie solte Dantzig nicht da sich ihr vater zeigt
Getreuen töchtern gleich sich auf das beste schmücken?
Laß dir gefällig seyn daß diese stadt und ort
Sich deiner Majestät mit ihrem blut verschreibet
Sie wirfft ihr eigen gut mit freuden über boordt
Wenn dein regirungs-schiff nur ungehindert bleibet.
Sie wird diß ewig thun was sie bißher gethan
Die treue bleibt in sie mit Diamant gegraben;
Nim zur gewißheit noch den schwur der lippen an
Weil doch die hertzen dir sich längst verschworen haben.
Nur gönne daß auch ich ein sohn von dieser stadt
Bey allgemeinem glück dir darf ein opfer bringen
Es wil mich ob mein kiel sich gleich geweigert hat
Ein unbekandter trieb zu deinen füssen zwingen.
Es ist so manches jahr im schatten deiner macht
In deinem Leipzig mir vergnüglich hingeflossen
Dein schutz hat dazumal nicht nur ob mir gewacht
Ich hab auch deine gnad und hohe huld genossen.
Jtzt nehm ich anders wo zwar meine wohnung ein
Doch wirstu auch ein Herr und König dieser lande
Ich wil ich sol ich muß dir unterthänig seyn:
So nim denn diesen wundsch von meiner pflicht zu pfande?
Der Herr der Polens thron vor dich geöffnet hat
Befestige dein reich; regiere streit und siege
Des höchsten hülffe sey der anfang jeder that
Triumpf und jauchzen sey das ende deiner kriege
Es werde Pohlen noch wie Canaan gepreist
Daß wo itzt wüsten stehn einst paradiese blühen.
Sey Sultans untergang damit dein Helden-geist
In Stambol möge so wie itzt in Dantzig ziehen.
Es müß auf deiner Cron ein hohes alter ruhn:
So wil ich wenn ich einst sol sterben und erblassen
Den treuen Römern gleich GOtt ein gelübde thun
Daß ich mein König dich noch lebend hinterlassen.