Auf vorige weise:
Was Dianen mag bewegen
Das sie 's fräwen so verspricht
Das ding das versteh' ich nicht.
Denn es ist mir ungelegen
Ohne frewd' in einsamkeit
Schliessen meine junge zeit.
Lieblich schwatzen freundlich gluckern
Wie die turteltäubelein
Schnäblen vnd gepaaret seyn
Liebe mit gelach verzuckern
Hertzen schertzen ohne maß'
Ach welch lieblich ding ist das!
Nu wolan heran zu fräwen
Wer nur ist ein jung gesell.
Oder förcht jhr vngefäll'.
'S wird euch nimmermehr gerewen.
Greift nur recht an ewre sach'
Jede fraw hat jhr vermach.
Ist ewr lieb reich vnd vermügen
Ey so seydt jhr wol daran
Wer es nur erleiden kan
Daß jhm 's glücke zu wil fügen
Ein' vnd was dazu gebricht
'S ist kein besser handel nicht.
Ist wer reich an geld' vnd waaren
Vnd er wehlt ein armes lieb
Nach seins hertzens wunsch vnd trieb
Der thut wol er wird erfahren
Edelstein vnd Vngrisch gold
Sey nichts gegen fromm vnd hold.
Gut ist 's wenn ein arm geselle
Sich nicht allzu hoch versteigt
Vnd sich nach seins gleichen neigt
Daß er sich zu frieden stelle.
Was fragt konst nach geld vnd gut.
Was verdient macht besser muth.
Lieblichs liebchen in gebärden
Züchtig lustig als ein reh
Weiss als frisch-gefallen schnee
Kan auch was gefunden werden
In der gantzen weiten welt
Das eim manne baß gefällt:
Hat ewr lieb denn schad' erlitten
An gebärden vnd gestalt.
Wer kan wieder vngewalt?
Möglich ist sie gut an sitten.
Ist 's sie 's nicht der schad' ist klein
Ist sie doch für euch allein.
Ist die liebste denn bey jahren
Kan es auch nicht schädlich seyn
Alt ist offt der beste wein.
Desto mehr hat sie erfahren
Desto besser hält sie hauß
Desto besser hält sie aus.
Ist sie witzig vnd verschlagen
Vnd versteht die sachen wol
Die sie billich wissen sol
Densto trewer wird sie tragen
Ewre schwachheit bürd' vnd müh'
Ewre weise spat vnd früh.
Hat sie denn an witz gebrechen
Last s' euch darumb lieber seyn.
(Naseweis' ist auch nicht fein)
Niemand wird es vbel-sprechen.
Wem ist jedes ding bewust?
Frawen-thorheit männer lust.
Hat sie denn des herren segen
Vnd hohlt jährlich kinderlein
Jhr werdt drümb nicht minder seyn.
Gottes segen als ein regen
Giebet jedem munde brodt
Lässt die frommen nicht in noth.
Ist sie denn was alt von jahren
Vnd hat keine kinder mehr:
Kümmert euch drumb nicht zu sehr
Seht! jhr möcht spatzieren fahren
Z'hause lasst jhr keine last.
Ohne kinder lieber gast.
Hat sie (welches Hoch zu loben)
Gaben der beredsamkeit;
Neben der bescheidenheit:
Solches giebet Gott von oben.
Reden nimmt den vnmuth hin:
Reden lencket muth vnd sinn.
Wo jhr denn (das wol kan kommen)
Fallen sprach' vnd worte schweer
Trawret nicht 's ist auch ein ehr'
Jhr ein lob vnd euch ein frommen.
Niemand hat das vngemach
Daß sein weib zu wenig sprach.
Wol zu fuss' – vnd frische – beine
Machen keine schlimmer nicht
Tantzen schadet nimmer nicht
Lahm seyn machet keine reine
Tantzen schadt der jugend nicht
Hincken hilft der tugend nicht.
Wil sie denn was sachte schlaufen
Schnecken laufen auch nicht sehr
Vnd seind jhrer häuser ehr'.
Lasset pferd' vnd winde laufen.
Lauffen selten guts verricht.
Wer da dantzt entläuft drumb nicht:
Was seind aber das für sachen
Daß man sanfte freundlichkeit
Tugend vnd bescheidenheit
Fälschlich wil zur sünde machen:
Freundlichkeit erfrewt den mann
Wenn jhn nichts erfrewen kan.
Hat sie denn viel böse sitten
Vnd jhr habet keine schuld
Gut! so lernet jhr gedult
Darft nicht andre leute bitten
Daß man euch die tugend lehr'
Hauszucht giebet besser ehr.
Liebe weiss es wol zu machen
Liebe hört kein mangel nicht
Liebe sieht kein angel nicht
Liebe füget alle sachen
Liebe fület wenig weh
Liebe stifftet frewd' vnd eh.