Auff Churfürstl. Durchl. sambt dero Hoff-Stats Auffbruch nacher Ortelsburg, wose...

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Meine Fürsten und Fürstinnen

Fahren ins Galinder Land,

Und man hat schon vorgespannt:

Lasst uns bald ein Lied beginnen!

Preussen und du Königsberg,

Sing' in meiner Seiten Werck.

Ortelsburg hat hoch zu prangen,

Trägt sein Lob den Sternen ein,

Daß es dieser Lichter Schein,

Unsre Häupter, sol umbfangen,

Rom, dein Capitolium

Giebt Ihm selbst des Vorzugs Ruhm,

Wenn vorauß die Krafft der Helden,

Unser grosse Vladisla

Nebenst Dir, Cecilia,

Welcher Preiß kein Sinn kan melden,

Und der Edlen Pohlen Pracht

Sich wird haben hingemacht.

Wol den angenehmen Tagen,

Wann der Kronen Hertz und Licht

Sich mit Brandenburg bespricht!

Nach-Welt wiss hievon zu sagen,

Weil es Fama schallen lässt

Biß durch Nord, Süd, Ost und West.

Freundligkeit, Schertz, Lust und Lachen

Und der Frewden gantze Schaar

Werden stündlich hier und dar

Einen newen Auffzug machen,

Jagt, Turniren, Tantz und Wein

Werden stets da Wirthe seyn.

Auff! Ihr Reuter und Trabanten,

Unser Hoff wil numehr fort,

Aber schawt! was seh ich dort?

Wölckt es doch von allen Kanten,

Haltet nur ein wenig still,

Ob es sich verziehen wil!

Ach, ich irr, es ist kein Wetter,

Ein gewünschter Ost kömpt an

Und bringt durch der Lüffte Bahn

Eine Wolcke Rosenblätter,

Die, O thewre Fürsten, wol

Ewren Weg bestrewen sol.

Nun wolan! so viel ich mercke,

Wartet Euch der Himmel auff,

Fahrt! der Sonnen Licht und Lauff

Ist mit allem Thun zu wercke,

Die in Euch sich umb und an,

Glantz der Welt, bespiegeln kan.